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Redaktion apotheken.de » Frauenkrankheiten

Hormontherapie als Krebsrisiko


Hormonpräparate in den Wechseljahren erhöhen Eierstockkrebs-Risiko


Manche Frauen leiden in den Wechseljahren unter Hitzewallungen und plötzlichen Schweißausbrüchen, Stimmungsschwankungen, Haarausfall oder Gewichtszunahme. Um die Beschwerden zu lindern, werden manchmal Hormonpräparate verschrieben.

Mehr Eierstockkrebs durch Hormonersatz

Eine Langzeitstudie aus Dänemark zeigt nun: Jedes zwanzigste Auftreten von Eierstockkrebs war Folge einer solchen Hormonersatztherapie gegen Wechseljahrsbeschwerden. Für die Studie hatten Forscher der Universität Kopenhagen die Daten von allen Frauen in Dänemark ausgewertet, denen zwischen den Jahren 1995 bis 2005 eine Hormonersatztherapie verschrieben worden war. Mehr als ein Drittel aller 50- bis 79-Jährigen hatten Östrogen-Präparate erhalten.



Das Ergebnis: Innerhalb von acht Jahren wurde bei 3.068 Frauen Eierstockkrebs diagnostiziert. Damit trat die relativ seltene Krebsart bei Frauen, die Hormone genommen hatten, um 44 Prozent häufiger auf.

WHI-Ergebnisse bestätigt

Mit diesem Ergebnis bestätigt die neue Studie das Ergebnis der Women´s Health Initiative (WHI), die im Jahr 2002 vorzeitig abgebrochen worden war. Die WHI hatte gezeigt, dass die Hormonersatztherapie nach der Menopause die Rate von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs erhöht. Anders als in der WHI-Studie war das Risiko jedoch nicht nur bei einer kontinuierlichen Östrogentherapie, sondern auch nach der Verordnung von zyklischen Präparaten erhöht. Da die Tumoren sehr aggressiv sind, sollte dieses Risiko bei der Verordnung beachtet werden, meint die Autorin der Studie, die Gynäkologin Lina Steinrud Morch.


Das Krebsrisiko nimmt nach dem Absetzen der Medikamente rasch ab. In der Studie normalisierte es sich innerhalb von zwei Jahren. 


18.08.2009 | Von: Dorothee Steeb