Notdienstapotheken
Serviceapotheken
Apotheken
Ärztliche Bereitschaft
Giftnotruf

Gesund leben | Vorsorge

Eltern und Kind

Gesundheit und Politik

Krankheiten | Therapie

Premium Gesundheitsinfos

Archiv

«
Mai - 2012
»
SMDMDFS
 01
02
03
04
05
06
07
08
09
10
11
12
13
14
15
16
171819
20212223242526
2728293031 

Diagnosefinder

diagnosefinder
Medizinlexikon
A B C D E F G H I J K L M
N O P Q R S T U V W X Y Z
Twitter
 
Sonnenschutzmittel

Ein gutes Sonnenschutzmittel schützt gleichermaßen vor UVA- und UVB-Strahlen. Der UVB-Schutz wird mit dem Lichtschutzfaktor (LSF, SPF) angegeben. Dieser vervielfacht die körpereigene, von Hauttyp und Vorbräunung abhängige schadlose Aufenthaltsdauer in der Sonne um den angegebenen Faktor. Lässt z. B. der Eigenschutz der Haut eine Verweildauer von 10 Minuten zu, verlängert sich diese mit einem LSF 10 auf 100 Minuten. Die Zahlenangaben sind jedoch Idealwerte, weshalb es sich empfiehlt, sicherheitshalber nach zwei Dritteln der „erlaubten“ Zeit in den Schatten zu wechseln. Was außerdem zu beachten ist: Durch Nachcremen lässt sich die erlaubte Aufenthaltsdauer in der Sonne nicht verlängern!

Für den UVA-Schutz gibt es bisher keine mit dem LSF vergleichbare Messgröße. Ob ein Präparat auch vor UVA-Strahlen schützt, die sowohl für die Hautalterung als auch für das erhöhte Hautkrebsrisiko verantwortlich sind, steht jedoch auf der Packung.

Sonnenschutzmittel enthalten chemische Filter und Pigmente. Chemische Filter(z. B. Benzophenone-4) absorbieren die UV-Strahlung und müssen eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad aufgetragen werden. Pigmente wie z. B. Titandioxid und Zinkoxid sind sofort wirksam, denn sie reflektieren die UV-Strahlung ähnlich wie winzige Spiegel. Zusätzliche Antioxidanzien (z. B. Vitamin E und C) sollen in der Haut gebildete schädliche freie Radikale neutralisieren (Weiteres zu Antioxidanzien als Nahrungsmittelergänzung). Ihre Wirkung in Sonnenschutzmitteln ist jedoch fraglich, da äußerlich aufgetragene Radikalfänger, soweit bekannt, nicht in die tieferen Hautschichten gelangen [S01].

Individuelles Sonnenbrandrisiko

Das individuelle Sonnenbrandrisiko und die Wahl des erforderlichen Lichtschutzfaktors richten sich nach dem Hauttyp:

  • Keltischer Typ: Helle Haut, Sommersprossen, blonde bis hellrote Haare, blaue oder grüne Augen. Eigenschutz der Haut: 5–10 Minuten. Nach 30-minütigem Sonnenbad immer Hautrötung, es findet fast keine Bräunung statt. Bei jedem Sonnenbad mindestens LSF 15, besser LSF 25 auftragen.
  • Germanischer Typ (hellhäutiger Typ): Helle Haut, blonde Haare, blaue oder grüne Augen. Eigenschutz der Haut: 10–20 Minuten. Nach 30-minütigem Sonnenbad immer Hautrötung, gelegentlich Bräunung. Anfangs mindestens LSF 15 auftragen, nach Vorbräunung reicht möglicherweise LSF 6–8.
  • Dunkelhäutiger Typ: Dunkle Haare, braune Augen. Eigenschutz der Haut: 20–30 Minuten. Nach 30-minütigem Sonnenbad gelegentlich Hautrötung, immer Bräunung. Anfangs LSF 8 auftragen, später ist ein geringerer LSF möglich.
  • Mediterraner Typ: Von Natur aus dunkle Haut, dunkle bis schwarze Haare, braune Augen. Eigenschutz der Haut: 40–45 Minuten. Nach 30-minütigem Sonnenbad niemals Rötung, immer Bräunung. Anfangs mindestens LSF 4 auftragen, später kann auf Sonnenschutz verzichtet werden.

Die Gesichtshaut benötigt ein Sonnenschutzmittel mit einem höheren LSF als der restliche Körper, möglichst in Form einer Creme. Für den Körper eignen sich besonders Milchzubereitungen, Öle sollten nur bei guter Vorbräunung verwendet werden. Für einen optimalen Schutz ist es erforderlich, Sonnenschutzmittel gut in die Haut einzumassieren.

Bei extremer Sonneneinstrahlung, besonders im Gebirge, an der Küste, auf dem Wasser und im Schnee, ist es erforderlich, einen höheren LSF zu wählen. Unterschätzt wird die Strahlungsintensität insbesondere bei leichter Bewölkung sowie bei Wind, der eine niedrigere Lufttemperatur und damit geringere Sonnenkraft vortäuscht. Da Schwitzen und Baden den aufgetragenen Sonnenschutz reduzieren, empfiehlt sich rechtzeitiges Nachcremen – auch bei Sonnenschutzmitteln, die als wasserfest deklariert sind.

Die Haut von Kleinkindern kann sich aus eigener Kraft nur 5 Minuten vor UV-Strahlung schützen. Daher sollten Sonnenschutzmittel für Kinder mindestens den Lichtschutzfaktor 15 aufweisen. Da Sonnenbrände im Kindesalter das spätere Hautkrebsrisiko besonders stark erhöhen, ist Sonnenbaden in den ersten Lebensjahren völlig, im Kindergarten- und Schulkinderalter zumindest zwischen 11 und 15 Uhr tabu. Im Sommer ist für kleine Kinder beim Spielen in der Sonne das Tragen von geeigneter Kopfbedeckung und Kleidung (möglichst mit langen Ärmeln und Beinen) Pflicht.
[ISP 2807]
Diese Seite wurde zuletzt geändert am 08.05.2009 um 18:10