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Der lange vergessene Killer: Feinstaub

Wissenschaftler alarmieren: Nach Schätzungen sterben in Deutschland jährlich 10 000 bis 19 000 Menschen in Folge der Feinstaubbelastung durch den Straßenverkehr. Die Gesundheitsgefährdung durch Feinstäube in hoher Konzentration ist zweifelsfrei belegt. Sie führen zu einer Verlangsamung des Lungenwachstums bei Kindern, zu Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauf-Komplikationen.

Die Belastung durch Feinstäube hat in den letzten Jahren dramatisch zugenommen. Schuld daran ist der Abrieb von Bremsen, Autoreifen und Straßenbelag, Auspuffgase von Dieselfahrzeugen und Rauch aus Schornsteinen von Industrieanlagen sowie Privathäusern, vor allem durch Kohle und Holzbrand. Paradoxerweise haben frühere Maßnahmen zur Luftreinhaltung das Gefahrenpotenzial verschlimmert, denn früher haben grobe Stäube, die moderne Filteranlagen inzwischen zurückhalten, den Feinstaub gebunden und am Eindringen in die tieferen Lungenabschnitte gehindert.

Auch in Innenräumen, in denen geraucht wird, werden die EU-Grenzwerte für Feinstäube oft erheblich überschritten – immer konsequenter wird deshalb das Rauchen in öffentlichen Gebäuden und Restaurants eingeschränkt.

Die Gefahr für die Gesundheit hängt in erster Linie von der Größe der Feinstaubpartikel ab. Je kleiner sie sind, desto tiefer gelangen sie in die Lunge. Ultrafeine Partikel dringen sogar über die Lungenbläschen in die Blutgefäße und von dort mit dem Blut in jedes Organ. Neben der Partikelgröße spielen die Oberfläche und Struktur der Teilchen eine Rolle sowie chemische und physikalische Faktoren. Partikel aus Verbrennungsprozessen sind besonders gesundheitsschädigend.

23.06.2008