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Aktinische Keratose



Häufigkeit

Aktinische Keratose (aktinische Präkanzerose, Keratosis actinica, Sonnenschwiele, Sonnenwarze, Lichtwarze): Durch chronische Lichtschädigung verursachte Veränderung der verhornten Oberhautzellen. Sie gilt als mögliche Krebsvorstufe, bei der die Entwicklung eines Spinalioms droht. Wenn eine aktinische Keratose die Form eines Hornkegels annimmt, spricht der Arzt auch von einem Cornu cutaneum (Hauthorn). Die Zahl der aktinischen Keratosen (und damit auch die Zahl der Spinaliome) nimmt in Ländern wie Deutschland unter den hellen Hauttypen stark zu. Risikofaktoren sind v. a. starke Sonnen- bzw. UV-Strahlenbelastung sowie ein höheres Alter: Bei den über 60-Jährigen sollen in mehr als 40 % aktinische Keratosen nachweisbar sein, ab dem 75. Lebensjahr sogar in über 50 %.

Leitbeschwerden

 

  • Rote linsen- bis münzgroße Herde mit größeren Schuppen; zeitweise scheinbar verschwunden, um später wiederzukehren
  • Alternativ spitze festhaftende Hornkegel
  • V. a. im Gesicht und auf wenig behaarter Kopfhaut.

Wann zum Hautarzt

In den nächsten Wochen, wenn die oben beschriebenen Hautveränderungen länger als einige Wochen bestehen bleiben oder sogar größer werden.

Die Erkrankung

Als Folge von jahre- bzw. jahrzehntelanger UV-Belastung befinden sich aktinische Keratosen v. a. an sonnenexponierten Stellen wie Gesicht, Kopfhaut, Handrücken und Rumpf. Sie werden zu den fakultativen Präkanzerosen gezählt, d. h., die Wahrscheinlichkeit, dass sich aus ihnen innerhalb von 5 Jahren ein Spinaliom entwickelt, liegt unter 30 %. Mindestens 20 % der Spinaliome lassen sich sicher auf eine aktinische Präkanzerose zurückführen.

Neuerdings sehen Wissenschaftler die aktinische Keratose als Frühform eines Krebses (Carcinoma in situ) an. Nach und nach verändern sich immer mehr Stachelzellen und bilden atypische Formen. Erst wenn diese die Grenzschichten zwischen Ober- und Lederhaut durchbrechen, sind die Kriterien eines Spinalioms erfüllt.

Das macht der Arzt

Nach der Inspektion mit Lupe oder Dermatoskop (tragbarem Handmikroskop) entnimmt der Arzt von verdächtigen Herden mit einer Kürette eine Probe. In einigen Fällen, z. B. wenn der Herd sehr klein ist, kann auch eine Probeentnahme (Stanzbiopsie) vorgenommen werden. Das Gewebe wird anschließend feingeweblich untersucht.

Früher war eine chirurgische Entfernung die Behandlung der Wahl. Heute gibt es jedoch alternative Behandlungsmethoden, die eine Operation und die damit verbundene Gefahr einer Narbenbildung entbehrlich machen können.

Je nach Ausdehnung und Lokalisation der Veränderungen bieten sich z. B. eine Vereisung mit Stickstoff, eine Lasertherapie, eine Röntgenbestrahlung oder eine fotodynamische Therapiean. Wirksam sind auch Cremes mit dem Zytostatikum Fluorouracil, der immunstimulierenden Substanz Imiquimod , dem entzündungshemmenden Wirkstoff Diclofenac (Solaraze® Gel) oder Vitamin-A-Abkömmlingen (Retinoide). Ausgedehnte Keratosen im Gesichtsbereich werden durch chemisches Peeling (Abschälen) mit ätzenden Substanzen behandelt. Für alle Keratosen eignet sich außerdem das Verfahren der Kürettage (Abschabung); der Arzt verwendet hierzu feine, ringförmige Schneiden oder den „schwarzen Löffel“.

Vorsorge

Die Sonnen- bzw. UV-Belastung, v. a. im Gesicht, ist erwiesenermaßen der größte Risikofaktor. Eine ebenso einfache wie effektive Vorsorgemaßnahme ist das Tragen einer Kopfbedeckung in Verbindung mit dem Einsatz von Sonnenschutzcremes.


07.03.2008 | Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Berthold Gehrke, Dr. med. Arne Schäffler


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