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Coxa vara und Coxa valga



Häufigkeit

Coxa vara und Coxa valga: Angeborene oder erworbene Fehlstellung des Schenkelhalses zum Schaft des Oberschenkelknochens (veränderter Schenkelhalswinkel). Bei der Coxa vara liegt der Winkel unter 120°, bei der Coxa valga über 140°. Dazwischen liegt die normale Variationsbreite. Nur extreme Varianten sind krankhaft; sie entstehen meist im Kindesalter, z. B. als Folge von Fehlbildungen, wie Hüftdysplasie, Vitamin-D-Mangel (Rachitis), Lähmungen oder Hüftkopfgleiten. Die Störung bleibt oft unbemerkt, führt jedoch manchmal langfristig zu vorzeitigem Gelenkverschleiß. Eine operative Korrektur ist möglich, aber selten erforderlich.

Leitbeschwerden

 

  • Meist keine
  • Eventuell Hinken oder watschelnder Gang, rasche Ermüdbarkeit beim Gehen
  • Selten Schmerzen in der Leiste oder an der Außenseite der Hüfte bei Belastung.

Die Erkrankung

Häufigste Ursache einer Coxa vara oder Coxa valga ist die unbehandelte Hüftdysplasie. Bei älteren Kindern stehen Erkrankungen wie Morbus Perthes oder Hüftkopfgleiten als Ursache im Vordergrund, nach Abschluss des Wachstums und im höheren Alter Osteoporose, Schenkelhalsbrüche und Hüftkopfnekrosen. Der veränderte Schenkelhalswinkel führt zu einer falschen Belastung von Hüftgelenk und/oder Schenkelhals. Stärkere Abweichungen stören darüber hinaus häufig das Gleichgewicht der Hüftmuskulatur, was seinerseits wiederum oft die Fehlbelastung der Knochen verstärkt. So entsteht manchmal ein Teufelskreis, der nur durch eine Operation zu unterbrechen ist.

Zum Glück sind solche Verlaufsformen selten. Meist spüren die Betroffenen nichts von ihrer Coxa valga oder Coxa vara. Nur manchmal kommt es zu Beschwerden wie Hinken oder Schmerzen bei Belastung. Nehmen die Beschwerden zu, weisen sie möglicherweise auf eine beginnende Hüftgelenksarthrose hin, die häufigste Komplikation einer Schenkelhalsfehlstellung.

Das macht der Arzt

Klinische Hinweise auf eine Coxa valga oder vara und eine eventuell damit verbundene Störung des muskulären Gleichgewichts erhält der Arzt, indem er das Gangbild beurteilt und den Bewegungsumfang des Hüftgelenks prüft. Röntgenaufnahmen sind mit großen Messfehlern behaftet und nur vor geplanten Operationen sinnvoll. Doch ist man in den letzten Jahren mit Korrekturoperationen sehr zurückhaltend geworden. Angezeigt sind sie insbesondere bei einer ausgeprägten Coxa vara; hier lässt sich die drohende Gefahr eines Bruchs abwenden, indem der Schenkelhals durchtrennt, aufgerichtet und fixiert wird (valgisierende Osteotomie). Noch seltener und nur bei ausgeprägten Beschwerden ist eine varisierende Osteotomie erforderlich, die den Schenkelhalswinkel bei einer Coxa valga abflacht.

Bei stärkerem Hinken hilft es oft, die wichtigen Po- und Beckenmuskeln durch Krankengymnastik zu stärken.


11.08.2008 | Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Martin Schäfer


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