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Zweitmeinung bei Hodenkrebs


Projekt ermöglicht bessere Therapie dank Zweitmeinung


Oft sehen vier Augen mehr als zwei. Davon können offenbar auch Patienten mit der Diagnose Hodenkrebs profitieren. Eine Zweitmeinung einzuholen, verbessert ihre Behandlung. Das ergab das Projekt „Zweitmeinung Hodentumoren“ an der Universitätsklinik Ulm in Zusammenarbeit mit der Deutschen Krebshilfe. Dafür gaben die teilnehmenden Patienten das Einverständnis, dass ihr behandelnder Urologe Diagnose und Therapieplan online mit Ärzten aus anderen Zentren abstimmt.

Therapieentscheidung geändert

„Wir haben in den ersten drei Jahren des Projekts festgestellt, dass durch das flächendeckende Zweitmeinungsangebot die Qualität der Versorgung nachhaltig verbessert wird“, sagt Professor Mark Schrader, Leiter des Projekts. „In 32 Prozent der Anfragen gab es Unterschiede zwischen dem Therapieplan des Anfragenden und der Zweitmeinung der Experten. Auf der Grundlage der Zweitmeinung wurde bei jedem sechsten Patienten die ursprünglich empfohlene Therapie wesentlich geändert.“ Die Frage ist: Operieren, Bestrahlen, Chemotherapie oder eine Kombination aus den drei Möglichkeiten? Studien zeigen nach Angaben der Deutschen Krebshilfe, dass die Erfahrung von Ärzten an Zweitmeinungszentren, in der Behandlung von speziellen Tumorarten einen großen Einfluss auf den Therapieerfolg hat.

Chance auf Heilung verbesssern

Hodenkrebs ist eine bösartige Gewebswucherung, die vom Hodengewebe des Mannes ausgeht und sich in den übrigen Körper ausbreiten kann. In Deutschland ist Hodenkrebs der häufigste Tumor bei den 20- bis 40-Jährigen. Wird Hodenkrebs rechtzeitig entdeckt und behandelt, ist er heilbar. Eine Zweitmeinung verbessert die Chance auf Heilung. Schrader sieht insofern das Projekt in einer Vorreiterrolle und kann sich vorstellen, dass die Methode auch bei anderen Tumorarten zu einer besseren Versorgungsqualität führt.


28.09.2010 | Von: Redaktion apotheken.de; Stefanie Grutsch


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