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Fenchel



Fencheltee ist oft eines der ersten Arzneimittel, das ein Mensch bekommt: Bereits Tees für Säuglinge enthalten traditionell Fenchelfrüchte gegen Blähungen. Der Fenchel zählt zu den bekanntesten Arzneipflanzen, und das nicht nur in Europa so.

Dieses Jahr wurde der Fenchel vom Würzburger Studienkreis zur „Arzneipflanze des Jahres“ gewählt. Voraussetzung dafür ist, dass die Pflanze eine interessante Kultur- und Medizingeschichte hat und ihre Wirkung durch Studien überprüft wurde. Der Würzburger Studienkreis zählt zu seinen Mitgliedern Medizinhistoriker, Ärzte, Apotheker und pharmazeutische Biologen.

Seit langem im Einsatz

Schon die frühen Hochkulturen in China und Ägypten kannten den Fenchel als Gemüse- und Heilpflanze. Die Europäer verwenden den Fenchel seit dem Mittelalter. Bereits die Benediktinerin Hildegard von Bingen wies auf seine verdauungsfördernde Wirkung hin. Dieses Anwendungsgebiet hat sich bis heute erhalten. Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen inzwischen, dass Fenchel Blähungen lindert und Krämpfe löst. Außerdem wirkt er schleimlösend. Dementsprechend setzt man ihn bei leichten Magen-Darm-Beschwerden, Völlegefühl und Blähungen ein sowie bei Entzündungen von Hals und Rachen.

Fenchel ist sehr bekömmlich. In seltenen Fällen aber reagieren Haut und Atemwege allergisch, vor allem, wenn jemand schon an einer Allergie gegen verwandte Pflanzen leidet, wie beispielsweise gegen Sellerie.

Früchte oder Samen


Die Früchte des Fenchels werden in der Umgangssprache meist als „Fenchelsamen“ bezeichnet. Das liegt daran, dass die Fenchelfrüchte ähnlich aussehen wie Kümmel und damit nicht der gängigen Vorstellung von einer Frucht entsprechen. In der Frucht befinden sich die ätherischen Öle, denen der Fenchel seine Wirkung verankt. Sie werden erst freigesetzt, wenn man die Frucht zerkleinert. Daher sollte man Fenchel kurz vor der Teezubereitung anstoßen oder leicht zerquetschen. Manche verwenden statt eines Tees das reine ätherische Fenchelöl. Die Anwendung sollte dann allerdings auf zwei Wochen beschränkt bleiben. Außerdem darf ätherisches Fenchelöl weder in der Schwangerschaft noch bei Kleinkindern eingesetzt werden. Das liegt daran, dass ein Bestandteil des ätherischen Öls im Laborversuch das Erbgut veränderte und dass bei Säuglingen und Kleinkindern die Gefahr für Atmungsstörungen und Atemnot besteht.

Medikament, Gewürz oder Gemüse


Fenchel wird seid Jahrhunderten in verschiedensten Kulturen angebaut, wodurch sich viele Fenchelarten entwickelten. Für medizinische Zwecke nutzt man fast ausschließlich die Früchte des sehr würzigen Bitterfenchels. Für die Gewinnung des Gewürzes dagegen verwendet man den angenehm würzig riechenden Süßfenchel. Das Fenchelgemüse stammt vom Knollen- oder Gemüsefenchel, der vor allem in Italien angebaut wird. Diese Fenchelart hat fleischige Blattscheiden, die zusammen die „Knolle“ bilden. Sie enthält wenig Kalorien und dafür viele Vitamine und Mineralstoffe.


06.07.2009 | Von: gesundheit-heute.de; Sibylle Knauß


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