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Silikonimplantate mit Verfallsdatum


Frauen sollten mit Folge-OPs rechnen


Legt sich eine Frau aufgrund ihrer Brüste unters Messer, bleibt es häufig nicht bei einer einzigen Operation. Jedes fünfte Brustimplantat aus Silikon muss innerhalb von zehn Jahren ausgetauscht werden. Nach einer Brustkrebs­operation benötigt sogar jede zweite Frau eine Nachoperation. Das ist das Ergebnis einer Studie der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde (FDA).

Infektionen und andere Komplikationen

Die Forscher untersuchten mehrere tausend Frauen mit Silikonimplantaten. Bei 20 bis 40 Prozent der Frauen machten Komplikationen wie gerissene Implantate, Faltenbildung, Narben, Schmerzen und Infektionen eine zweite Operation notwendig. Meist musste der Arzt in den ersten acht bis zehn Jahren nach dem Einsetzen das Implantat entfernen oder austauschen. Wurden die Implantate nach einer Brustkrebserkrankung eingesetzt, traten Komplikationen noch häufiger auf. 40 bis 70 Prozent der Patientinnen benötigten daraufhin eine erneute OP.

Leicht erhöhtes Krebsrisiko

Die FDA schlussfolgert daraus: Wer sich für ein Silikon­implantat entscheidet, sollte sich darüber im Klaren sein, dass die Implantate irgendwann wieder entfernt werden müssten. Frauen mit Silikonimplantaten haben außerdem ein leicht erhöhtes Risiko an seltenen Non-Hodgkin-Lymphomen zu erkranken.

Hintergrund: Silikon oder Kochsalz

Silikonimplantate waren in den USA lange umstritten. Die FDA ging von einer erhöhten Gesundheitsgefahr aus, da sie früher häufig rissen und ausliefen. Ab 1992 waren sie in den USA verboten. Seitdem durfte die Schönheits­chirurgie nur noch Kochsalzimplantate einsetzen. Ausnahmen galten für Brustkrebspatientinnen. Seit 2006 sind Silikonimplantate in den USA jedoch wieder generell zugelassen. Kochsalzimplantate haben den Nachteil, dass sie häufig gluckern, sich auf der Brust Wellen bilden und die Implantate mit der Zeit an Volumen verlieren. Auch sie halten meist nur zwischen acht und zehn Jahren. 

Silikon führend in Deutschland

Moderne Silikonimplantate bestehen aus einem zähflüssigen Gel, das – selbst, wenn die Hülle reißt – nicht ins umliegende Gewebe auslaufen kann. In Deutschland waren Brustimplantate aus Silikon immer erlaubt und werden am häufigsten eingesetzt. Ärzte empfehlen eine jährliche Kontrolluntersuchung.


29.06.2011 | Von: Redaktion apotheken.de; Tina Neundorf


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