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Epilepsie-Medikament und Gaumenspalte


Wirkstoff Topiramat erhöht Risiko


Nehmen Schwangere das Epilepsie-Präparat Topiramat ein, besteht die Gefahr, dass das Kind mit einer Gaumenspalte zur Welt kommt. Darauf macht aktuell die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA aufmerksam.

Mehr Gaumenspalten als bei anderen Medikamenten

Bisher waren sich die Experten unklar darüber, ob die Einnahme von Topimarat während der Schwangerschaft Fehlbildungen beim ungeborenen Kind verursacht. Nun haben sie erneut Daten von britischen und nordamerikanischen Schwangerschaftsregistern ausgewertet. Dabei zeigte sich, dass ein erhöhtes Risiko für Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten besteht, wenn Frauen das Medikament während der ersten drei Schwangerschaftsmonate einnehmen. In der Gruppe der Mütter, die in dieser Zeit Topiramat einnahm, kamen 1,7 Prozent aller Kinder mit einer Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte zur Welt. Nahmen die Mütter hingegen ein anderes Epilepsie-Medikament ein, waren nur durchschnittlich 0,5 Prozent der Kinder von der Fehlbildung betroffen.

Medikamentenwechsel und Verhütung

Aufgrund dieser Ergebnisse hat die FDA die Sicherheitsstufe für Topiramat erhöht. Die Gabe während der Schwangerschaft bleibt jedoch weiter erlaubt. Daher rät die FDA schwangeren Frauen mit Epilepsie, die Vor- und Nachteile einer Einnahme von Topiramat gut abzuwägen. Sie empfehlen ihnen, in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten auf ein anderes Antiepileptikum umzusteigen. Auch sollten Frauen, die Topiramat einnehmen, aber keine Schwangerschaft planen, Verhütungsmittel anwenden. Der Grund: Die meisten Schäden durch Medikamente entstehen in den ersten Monaten der Schwangerschaft – also genau in der Zeit, in der viele Frauen noch gar nicht wissen, dass sie schwanger sind.

Vorsicht bei anderen Anwendungen

Epilepsie ist nicht der einzige Grund, warum Frauen Topiramat einnehmen. Manche beugen damit auch Kopfschmerzen bei Migräne vor. Solange sie nicht schwanger sind, ist das kein Problem. Während der Schwangerschaft aber steigt auch hier das Risiko für Folgeschäden. Dies ist Medizinern allerdings schon länger bekannt. Sie verschreiben daher schwangeren Frauen mit Migräne in der Regel auch kein Topiramat.


08.03.2011 | Von: Redaktion apotheken.de; Dr. nat. med. Anke Kopacek


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