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Krebstherapie: Im Vorteil ist …


… wer seine Krankenakte kennt


Heute besitzen die meisten Krebspatienten ein Therapieheft. Darin vermerkt der Arzt bei jeder Kontrolle die aktuellen Blutwerte und die Medikamentendosis. Nun fand eine französische Studie heraus, dass es sich lohnen könnte dieses Heft um einige Daten aus der Krankenakte zu ergänzen. Denn eine intensive Beratung macht die Patienten keineswegs ängstlicher. Im Gegenteil: Sie macht sie zufriedener.

Die richtige Dosis an Informationen

Wie viele Informationen sind in der Krebstherapie sinnvoll? Darüber streiten sich die Mediziner. Sollte der Arzt seinen Patienten im Detail ihre Krebsform erklären oder ist es besser, sie nicht zu genau zu informieren? Forscher des Krebszentrums Marseille wollten diese Frage klären. Für ihre Studie suchten sie nach 350 Patienten, bei denen erst kürzlich Krebs diagnostiziert worden war. Diese teilten sie in zwei Gruppen auf. Den Patienten der ersten Gruppe übergaben sie zu Beginn der Behandlung ein Therapieheft, mit Spalten für  den Krankheitsverlauf, Krankenhausaufenthalte, Operationen, Röntgen­untersuchungen und für bisherige Therapiemaßnahmen. Dieses Heft brachten sie zu jedem Termin mit und der Arzt aktualisierte es. Außerdem statteten die Forscher die Teilnehmer der ersten Gruppe mit medizinischen Lexika aus. Fachkräfte halfen den Kranken und ihren Familien bei Bedarf alle für die Behandlung relevanten Dokumente zu verstehen. Wer der zweiten Gruppe angehörte, erhielt diese detaillierte Aufklärung nicht. Bei dieser Gruppe galt: Auskunft gab es nur bei gezielter Nachfrage oder auf Initiative des Arztes.

Therapieheft hilft mit dem Krebs zu leben

Den gut informierten Patienten schadete das Hintergrundwissen nicht. Ihr Krebs machte ihnen nicht mehr Angst als den Patienten der zweiten Gruppe. Dafür fühlten sie sich viel besser informiert. Das Therapieheft half den Kranken ihren Krebs besser zu verstehen. Außerdem fiel es ihnen leichter ihre Erkrankung mit Angehörigen und Ärzten zu besprechen.

Das Fazit der Forscher: Für Krebspatienten ist es ein Vorteil die eigenen Krankendaten immer griffbereit zu haben. Es hilft ihnen mit der Krankheit zu leben und lässt sie leichter Vertrauen zu ihrem Arzt aufbauen – ein Fazit, dass sicher nicht nur für die Krebstherapie gilt.


24.05.2011 | Von: Redaktion apotheken.de; Tina Neundorf


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