Familienrisiko Prostatakrebs
Entscheidende Erbgutveränderungen entdeckt
Mediziner wissen schon lange, dass Prostatakrebs in der Familie liegt. Wie genau Männer die Erkrankungsgefahr an ihre Söhne und Enkel weitergeben, blieb jedoch unklar. Bis jetzt. Denn nun identifizierten Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) sieben Genvarianten, die das Prostatakrebsrisiko entscheidend beeinflussen.
Suche nach Schnipseln im Erbgut
Um den Genveränderungen auf die Spur zu kommen, durchleuchteten die Forscher das Erbgut von 4.574 Männern mit Prostatakrebs und 4.164 gesunden Probanden. Sie konzentrierten sich dabei auf 30 bekannte Risikogene und suchten darin nach Unterschieden in den Genmustern. Insbesondere fahndeten sie nach 1.536 Gen-Schnipseln – so genannten Einzelnukleotid-Polymorphismen (SNP). Dies sind Variationen einzelner Erbgutbausteine, die sich von Mensch zu Mensch unterscheiden.
Treten bestimmte SNPs gehäuft im Zusammenhang mit einer Krebserkrankung auf, weist das auf ein erhöhtes Risiko hin. So auch beim Prostatakrebs. Die Forscher fanden sieben SNPs, die bei den erkrankten Männern gehäuft auftraten. Mit diesen Erbgutvarianten können Wissenschaftler nun rund 25 Prozent der familiär auftretenden Prostatakrebs-Fälle erklären.
Genmuster als Risikovorhersage
Zudem lässt sich mit einem „Gen-Schnipsel-Check“ das Erkrankungsrisiko ermitteln. „Jede einzelne dieser Genvarianten geht nur mit einer geringfügigen Erhöhung des Prostatakrebsrisikos von wenigen Prozent einher“, erklärt Hermann Brenner vom DKFZ. Berücksichtigt man aber alle Varianten, sei es möglich Männer mit einem deutlich erhöhten Risiko zu identifizieren.
„Eine Untersuchung des Erbguts auf solche Risikovarianten könnte daher in Zukunft die ärztliche Beratung zur Prävention und Früherkennung von Prostatakrebs verbessern“, sagt Brenner.
- Links:
- Die Studienergebnisse sind im Fachblatt "Nature Genetics" online veröffentlicht.
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