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Der Japanische Buschmoskito kommt


Exotische Stechmücken in Deutschland auf dem Vormarsch


Der Klimawandel verändert die Mückenlandschaft in Deutschland: Sie wird bunter und zugleich gefährlicher. Denn mit den exotischen Insekten wandern auch fremde Viren ein. Wie das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) mitteilt, ist die Stechmückengemeinschaft um eine neue Art angewachsen. Die Zahl der in Deutschland von Stechmücken übertragenden Viren erhöhte sich um drei.

Eine halbe Million Stechmücken und 48 Arten

Der jüngste Mücken-Einwanderer ist der Japanische Buschmoskito. Ihn identifizierten Insektenkundler erstmals in Südwest-Deutschland. Mit ihm zählen Tropenmediziner bisher insgesamt 48 einheimische und eingewanderte Stechmückenarten – gefunden in Gebieten entlang der Elbe, dem Rhein, der Donau, der Isar sowie dem Chiem- und Bodensee. Dafür haben die Forscher eine halbe Million Mücken gefangen und ihre Art bestimmt. Ihr Ziel: eine Mückenkarte für Deutschland erstellen. „Durch unsere Arbeiten haben wir einen guten Überblick über das Auftreten von Stechmücken als mögliche Überträger von Krankheiten wie der Malariamücke Anopheles plumbeus, die sich in vielen ländlichen Gemeinden in Süddeutschland ausbreitet“, erklärt Norbert Becker, Insektenkundler an der Universität Heidelberg. Im Labor konnten Forscher zeigen, dass diese Mücke das Zeug zum Malariaüberträger hat, eine Epidemie-Gefahr besteht aber nach Meinung der Experten in Deutschland nicht.

Erste Exoten 2009 entdeckt

Auch Stiche von Mücken, die das West-Nil- oder Dengue-Fieber-Virus übertragen,  muss keiner befürchten. Solche von Stechmücken übertragenen Viren konnten Tropenmediziner in Deutschland bisher nicht nachweisen. Dafür aber andere exotische Viren wie Sindbis-, Batai- oder Usutu-Viren. Sie stammen ursprünglich aus Afrika und Asien, heimisch in Deutschland sind sie seit ein bis zwei Jahren. Menschen, die sich über den Stich einer Mücke mit solchen Viren infizieren, bekommen Fieber. Der Batai-Virus ruft zusätzlich grippeähnliche Symptome und Hautausschläge hervor. Bei einer Infektion mit dem Sindbis-Virus kommt es vor allem zu rheumatischen Gelenkbeschwerden. Diese sollen von allein wieder ausheilen – ohne Spätfolgen zu verursachen. 


11.05.2011 | Von: Redaktion apotheken.de; Dr. nat. med. Anke Kopacek


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