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Augenlidstraffung

Augenlidstraffung (Augenlidplastik, Blepharoplastik): Operative Korrektur alterungsbedingter Augenfältchen, Tränensäcke und erschlaffter Augenlider (Schlupflider). Einer der am häufigsten durchgeführten ästhetischen Eingriffe, wobei der Anteil männlicher Patienten steigt.

Die Haut im Augenbereich ist sehr dünn und verliert mit der Zeit daher besonders an Elastizität. Die Haut wölbt sich über die Oberlider und verdeckt die Lidfalte. Die Unterlider beginnen herabzuhängen, und kleine Polster des Fettgewebes, in das die Augen eingebettet sind, treten durch die schlaffer werdende Haut hervor. Durch zu viel Sonne und Stress wird der Alterungsprozess noch beschleunigt, aber auch durch Alkohol- und Medikamentenmissbrauch. Erschlaffte Augenlider und Tränensäcke lassen den Blick manchmal müde und traurig wirken. Erwünschtes Ergebnis einer Lidstraffung ist daher, dass der Blick wieder frisch und strahlend wird.

 

Der Eingriff

Vor der Operation misst der Chirurg den Hautüberschuss und zeichnet die Schnittführung an. Bei der Oberlidstraffung wird durch einen feinen Schnitt in der natürlichen Lidfalte überschüssige Haut, ein schmaler Muskelstreifen und gegebenenfalls Fettgewebe entfernt. Wenn das Augenlid herabhängt (Ptosis), ist eine zusätzliche Straffung des Lidhebermuskels nötig. Sollte eine Gewebeerschlaffung im Stirnbereich zu Schlupflidern führen, können diese über einStirnlifting bzw. Augenbrauenlifting korrigiert werden.

Bei der Unterlidstraffung verläuft der Schnitt knapp unterhalb des Wimpernrands. Die Haut wird bis zum unteren Rand der Augenhöhle präpariert, dann wird der Hautüberschuss durch Überlappung der Wundränder bestimmt und entfernt. Die Beseitigung von Tränensäcken erfolgt meist über die Innenseite des Unterlids, so werden sichtbare Narben vermieden. Die Operation dauert 1–2 Stunden und wird in der Regel unter lokaler Betäubung durchgeführt, damit der Patient mitarbeiten kann – z. B. durch gezielte Bewegungen des Auges. Nach dem Eingriff wird die Wunde mit einem hauchdünnen Faden in der Haut vernäht (Intrakutannaht).

Nachbehandlung

Schwellungen und Blutergüsse dauern nach der Operation noch 1–2 Tage an und werden mit kühlenden Kompressen behandelt. Bereits nach fünf Tagen werden die Fäden gezogen; innerhalb von 1–2 Wochen gehen die Schwellungen und Blutergüsse vollständig zurück und der Patient kann seine normale Tätigkeit wieder aufnehmen. Da die Naht bei geöffneten Augen genau in den Lidfalten liegt, ist sie in der Regel nach einer weiteren Woche kaum mehr zu sehen. Bei einem Schnitt über die äußere Begrenzung der Augenhöhle hinaus können die zusätzlichen 1–2 cm langen Narben noch einige Wochen gerötet sein.

Körperliche Anstrengung ist für 2–3 Wochen zu meiden, ebenso Kosmetika und Make-up. Beim Schlafen sollte der Kopf erhöht liegen. Bis zur endgültigen Wundheilung nach etwa drei Monaten sollte man das Haus nur mit Sonnenbrille verlassen. Erst nach dieser Zeit kann das Operationsergebnis beurteilt werden. Die Wirkung einer Lidstraffung kann bis zu zehn Jahre anhalten.

Risiken und Gegenanzeigen

Lidkorrekturen gelten als risikoarme, unkomplizierte Eingriffe. Vor dem Eingriff muss aber ein Augenarzt Schädigungen der Netzhaut und des Augenhintergrunds ausschließen, ein entsprechender Nachweis ist vor der Operation vorzulegen. Äußerst selten treten in den ersten beiden Tagen nach der Operation Nachblutungen auf. Nach einer Unterlidstraffung kann es je nach Ausdehnung des Blutergusses und der Narbenbildung zu einer leichten Auswärtskehrung des Unterlids (Ektropium) und zu einem vermehrten Tränenträufeln kommen. Bilden sich diese Erscheinungen nicht innerhalb von sechs Wochen selbstständig wieder zurück, kann ein weiterer Eingriff erforderlich werden. Eine leichte Trockenheit der Augen nach der Operation ist normal – bei stärkeren Reizungen von Binde- und Hornhaut empfiehlt sich ein Besuch beim Augenarzt.

Entnimmt ein ungeübter Operateur zu viel Haut oder Fett, kann es zu ästhetisch unbefriedigenden Ergebnissen kommen. So kann eine Überkorrektur am Oberlid die Schließfunktion des Auges beeinträchtigen, beim Unterlid entsteht ein Triefauge – in beiden Fällen ist eine Nachkorrektur nötig. In sehr seltenen Fällen kommt es zu Verletzungen des Augapfels und schlimmstenfalls zur Erblindung.

Wenn hängende Lider das Gesichtsfeld deutlich einschränken, liegt eine medizinische Indikation vor und die Krankenkasse übernimmt die Kosten.


Von: Dr. Nicole Schaenzler, Dr. Hans-Hermann Wörl | zuletzt geändert am 01.09.2016 um 17:06


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