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Bronchiektasen

Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Bronchiektas[i]en: Irreversible Erweiterung und Aussackung von Bronchien, meist erworben durch wiederkehrende Infekte wie Tuberkulose, Masern und Keuchhusten. Auch der Verschluss eines Bronchus durch einen Tumor oder eingeatmete Fremdkörper begünstigt die Bildung von Bronchiektasen. In diesen Bronchialaussackungen sammelt sich Schleim, der einen Nährboden für Bakterien oder Pilze darstellt. Häufige und meist chronische Infekte sind die Folge. Die Leitsymptome sind Husten und Auswurf. Bronchiektasen sind glücklicherweise selten geworden, weil sie früher entdeckt und die auslösenden Infekte besser therapiert werden können. Die Erkrankung ist nur selten durch eine operative Entfernung der betroffenen Lungenabschnitte heilbar.

Leitbeschwerden

  • Chronischer Husten
  • Vor allem morgens reichlich Auswurf, der typischerweise aus drei Schichten besteht: Schaum, Schleim, grün-gelber Eiter; häufig sind auch kleine Blutmengen enthalten
  • In späteren Stadien der Erkrankung zunehmende Luftnot.

Die Erkrankung

Bronchiektasen sind narbige bindegewebige Aussackungen der Bronchialwand, die sich gerne entzünden und von Krankheitserregern besiedelt werden. In der Folge breitet sich die Entzündung auf das umliegende Gewebe aus. Der normale Wandbau der Luftwege wird zerstört und durch Narbengewebe ersetzt. Da sich in den Bronchiektas[i]en Schleim ansammelt, der einen guten Nährboden für Bakterien und Pilze bietet, kommt es zu Atemwegsinfekten mit Fieber, verstärktem Husten und Atemnot. Besonders morgens und nach Lagewechsel werden große Mengen an Schleim und Eiter abgehustet.

Das macht der Arzt

Die Diagnose ergibt sich aus der Anamnese und anhand der häufigen, meist fieberhaften Atemwegsinfekte mit regelmäßigem grün-gelblichem Auswurf (Sputum). Eine CT zeigt die Erweiterung der Bronchien. Die mikrobiologische Untersuchung des Auswurfs ermöglicht eine gezielte Antibiotikatherapie.

CT eines 62-jährigen Manns mit ausgeprägten Bronchiektasen im Unterlappen der linken Lunge, der sich wegen starker Luftnot in der Universitäts-Poliklinik vorstellte. Die sekretgefüllten Aussackungen der großen Bronchien sind deutlich zu erkennen (rote Pfeile). Eine wesentliche Besserung der Lungenfunktion war bei dem Patienten nur noch durch die Sauerstoff-Langzeittherapie möglich.

In schweren Fällen wird der Lungenfacharzt eine Operation erwägen, sie ist bei einem Befall nur eines Lungenflügels und bei Begrenzung auf wenige Lungensegmente möglich.

In den meisten Fällen ist eine Langzeittherapie erforderlich, um die Infektionen der Lunge auf ein Minimum zu reduzieren.

Die Physiotherapie führt die Bronchialtoilette mit Lagerungsbehandlung und Klopfmassage, Atemgymnastik und Abhustetechniken durch; der Patient sollte die Methoden der Bronchialtoilette selbst erlernen und konsequent zu Hause anwenden. Weiter empfiehlt der Arzt die jährliche Grippeimpfung und alle 5–6 Jahre die Impfung gegen Pneumokokken.

Das Voranschreiten der Krankheit wird durch diese Maßnahmen verlangsamt, eine Heilung ist jedoch nur durch eine operative Entfernung der Bronchiektasen möglich.

Selbsthilfe

Neben der Atemtherapie sind Antibiotika die wichtigsten Verbündeten, um die Krankheit zu bekämpfen. Nehmen Sie die Medikamente wirklich konsequent und regelmäßig ein.


Von: Kristine Raether-Buscham; Dr. med. Arne Schäffler | zuletzt geändert am 29.04.2016 um 10:44


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