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Eingewachsener Nagel

Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Eingewachsener Nagel (Unguis incarnatus): In den Nagelfalz eingewachsener Finger- oder Fußnagel. Das Einwachsen von Nagelrändern in die umgebenden Hautbereiche tritt am häufigsten an den großen Zehen auf. Dabei kommt es oft zu eitrigen Entzündungen (mit Rötung, Schwellung, pochenden Schmerzen und Eiteraustritt). Das Einwachsen eines Nagels wird durch falsches Schneiden oder Feilen der Nägel und durch zu enges Schuhwerk gefördert.

Das macht der Arzt

Ist der Nagel schon tief eingewachsen, ist ein chirurgischer Eingriff notwendig. Der Arzt entfernt das wuchernde Fleisch entweder mit Hilfe eines Skalpells, mit Kälte (Kyrotherapie) oder mit Hitze (Elektrokaustik). Dieser Eingriff wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt.

Bei wiederkehrenden Beschwerden kann eine chirurgische Nagelbettverkleinerung (Emmert-Plastik, Nagelkeilexzision) vorgenommen werden, bei der ein Teil des Nagels mitsamt Nagelwurzel entfernt wird. Dadurch wird der nachwachsende Nagel schmaler.

In leichteren Fällen kann auch ein medizinischer Fußpfleger die Behandlung übernehmen. Er verfügt über spezielle Tamponaden oder Nagelkorrekturspangen, mit denen sich Fehlstellungen der Nägel korrigieren lassen. Es handelt sich dabei um einen schmalen Draht, der individuell angepasst und – je nach Ausgangslage – für mehrere Wochen bis zu einem Jahr auf den Nagel geklebt wird. Am Nagelrand ist jeweils ein kleines Häkchen unter dem Nagelrand eingehakt, sodass der Nagel leicht abgehoben und das umliegende Gewebe entlastet wird. Die Nagelspangen regulieren die Nagelstellung ähnlich wie eine Zahnspange. Durch eine eingearbeitete Schlaufe kann die Zugkraft auf den Nagel dosiert werden und die Wachstumsrichtung gesteuert werden bis der Nagel wieder gerade wächst.

Selbstbehandlung und Komplementärmedizin

Wenn der Nagel nur leicht eingewachsen ist, genügt ein regelmäßiges Fußbad mit Kernseife, Kamille oder 1%iger Kaliumpermanganat-Lösung. Nach dem Fußbad kann man das überschüssige „wilde“ Fleisch mit einem Silbernitrat-Stift (Höllenstein-Ätzstift) bestreichen und so zum Absterben bringen.


Von: Dr. med. Arne Schäffler | zuletzt geändert am 30.09.2016 um 11:55


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