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Exogen allergische Alveolitis

Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Exogen allergische Alveolitis (EAA): Allergische Entzündung des Lungengewebes, ausgelöst durch das wiederholte Einatmen von sehr kleinen organischen Stäuben (z. B. Schimmel, Holzstaub, Staub von Vogelfedern), gegen die der Betroffene sensibilisiert ist. Die Erkrankung ist bezogen auf die Gesamtbevölkerung selten, aber in den betroffenen Berufsgruppen wie Landwirte, Vogelhalter und Arbeiter in der Holzverarbeitung erkranken etwa 10 % der Beschäftigten. Bei Früherkennung und konsequentem Meiden des Auslösers ist die Prognose gut, dagegen kann die chronische Verlaufsform zur Lungenfibrose führen.

Leitbeschwerden

  • Akute Form: 4–12 Stunden nach Einatmen des Auslösers Atemnot in Ruhe (eventuell mit Reizhusten), Krankheitsgefühl, Kopf- und Gliederschmerzen, hohes Fieber und Schüttelfrost
  • Chronische Form: Langsamer Leistungsabfall mit Krankheitsgefühl, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, zunehmende Atemnot bei Belastung, Husten.

Die Erkrankung

Sehr kleine Staubpartikel transportieren die Allergene in die Lungenbläschen und führen bei entsprechender Veranlagung zu einer allergischen Immunreaktion.

Die Reaktion läuft akut ab, wenn es in Abständen zur massiven Antigenzufuhr kommt, beispielsweise, wenn verschimmeltes Heu umgelagert wird oder Vogelzüchter den Taubenschlag säubern. 4–12 Stunden danach kommt es zu den oben beschriebenen Symptomen, die einer heftigen Infektionskrankheit ähneln. Nach wenigen Tagen klingen die Beschwerden ohne Therapie ab. Wenn das Allergen gemieden wird, erfolgt eine vollständige Heilung.

Bei der chronischen Form kommt es ständig zum Kontakt mit kleinen Allergenmengen, beispielsweise bei Menschen, die Ziervögel in der Wohnung halten. Dies führt im Lungenzwischengewebe zum bindegewebigen Umbau und zu einer Verdichtung der Blut-Luft-Schranke (womit der Gasaustausch behindert ist). Die Veränderungen des Lungengerüsts bleiben auch bei Meiden des Allergens bestehen oder gehen sogar in eine fortschreitende Lungenfibrose über. Bei der chronischen Form ist dem Kranken der Zusammenhang mit dem Allergen (beispielsweise von Ziervögeln) meist nicht bewusst. Er fühlt sich zunehmend erschöpfter, weniger belastbar, verliert an Gewicht und leidet unter Atemnot bei Belastung.

Das macht der Arzt

Der Verdacht ergibt sich aus der Anamnese, wenn Husten und Fieberschübe unklar bleiben und/oder der Patient eine deutliche Besserung der Beschwerden im Urlaub spürt oder während eines Krankenhausaufenthalts zur Klärung der Symptome.

Röntgenbild, CT und Lungenfunktionsprüfung erhärten den Verdacht. Der Arzt geht auch der Frage nach, ob es sich um eine Berufskrankheit handelt. Bei der Therapie steht die konsequente Meidung des Allergens an erster Stelle. Eventuell wird Kortison verordnet.


Von: Kristine Raether-Buscham; Dr. med. Arne Schäffler | zuletzt geändert am 29.04.2016 um 10:27


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