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Feigwarzen

Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Feigwarzen (Condylomata acuminata, spitze Kondylome, Genitalwarzen, HPV-Infektion): Spitze, hahnenkammartige Wucherungen nach Infektion mit dem Humanen Papillom Virus (HPV). Feigwarzen kommen zunehmend häufig vor; in den westlichen Ländern sind 0,1–1,0 % der Bevölkerung betroffen. Die 15- bis 30-Jährigen stecken sich am häufigsten an, doch viele davon erkranken nicht sichtbar. Da die Viren hauptsächlich durch Haut- und Schleimhautkontakte beim Geschlechtsverkehr übertragen werden, zählen Feigwarzen zu den sexuell übertragbaren Krankheiten. Eine Behandlung ist nur symptomatisch möglich, d. h. die Warzen können entfernt werden, nicht aber die Viren als deren Ursache. Rückfälle (Rezidive) sind daher häufig.

Leitbeschwerden

  • Hahnenkammartige, weißlich-graue, spitze Warzen im äußeren Geschlechtsorgan- und Analbereich
  • Nässegefühl
  • Juckreiz oder Brennen.

Wann zum Frauenarzt

In den nächsten Tagen, wenn

  • Fühl- oder sichtbare Warzen im Geschlechtsorgan- oder Analbereich auftreten
  • Es im Geschlechtsorgan- oder Analbereich juckt oder brennt
  • Es zu Blutungen unmittelbar nach dem Geschlechtsverkehr kommt
  • Feigwarzen beim Partner diagnostiziert wurden.

Die Erkrankung

HPV ist ein Virus, von dem man etwa 90 verschiedene Typen kennt. Die Typen HPV 6 und 11 verursachen im äußeren Genitalbereich (Schamlippen und Scheideneingang) und Analbereich Feigwarzen. Infektionen sind auch an den inneren Genitalorganen bekannt, sehen dann aber anders aus: Insbesondere am Muttermund werden nach HPV-Infektion flache Kondylome beobachtet.

Die Viren werden von Mensch zu Mensch, vorwiegend beim Geschlechtsverkehr, übertragen. Selten wird das Virus auch als Schmierinfektion über infizierte Handtücher weitergegeben. Anschließend dauert es Wochen bis Monate, bis es zu Krankheitsanzeichen kommt. In vielen Fällen bleiben sie ganz aus oder treten nur bei verminderter Immunabwehr auf. Feigwarzen an sich sind gutartig, kommen aber häufig zusammen mit Zellveränderungen vor, die Vorstufen zu bösartigen Tumoren der Geschlechtsorgane, insbesondere für Gebärmutterhalskrebs, sein können.

Das macht der Arzt

Aufgrund ihres typischen Aussehens sind Feigwarzen leicht zu erkennen, kleine Herde im Scheideninneren entdeckt der Arzt durch die Scheidenspiegelung. Flache Kondylome sind nach Betupfen mit niedrig konzentrierter Essigsäure besser sichtbar. Die sicherste Diagnose ist der Nachweis von Virus-DNS im Labor, für den unter örtlicher Betäubung eine kleine Gewebeprobe mit einer speziellen Zange entnommen wird (Knipsbiopsie). Am Muttermund erfolgt die Knipsbiopsie in der Regel sogar ohne Betäubung.

Einzelne kleine Feigwarzen werden durch einmal wöchentliches Auftupfen einer Lösung (Podophyllin) vom Arzt behandelt, bis sie verschwinden. Da die Substanz aufgrund ihrer Nebenwirkungen nur begrenzt verwendet werden darf, eignet sie sich nicht zur Langzeitbehandlung oder für ausgedehnt befallene Flächen. Auch sind bei etwa 60 % der Patientinnen Rückfälle zu beobachten. Ein neuer Therapieansatz ist der Immunmodulator Imiquimod (Aldara®), der das Immunsystem stärkt, sodass der Körper selbst den Virus eindämmt. Aldara® wird ebenfall lokal aufgetragen. Seit Kurzem ist zudem eine wirksame Salbe aus Grünem Teeextrakt (Veregen®) auf dem Markt. Zwei internationale Studien zeigen, dass sie die Rückfallrate auf unter zehn Prozent senkt und das Abheilen fördert – bei 50 Prozent der Patentinnen verschwanden die Feigwarzen vollständig. Die Salbe aus Grünem Teeextrakt eignet sich zur äußeren Anwendung bei schwachem und starkem Befall.

Auch wirksam und insbesondere für stärkeren Befall geeignet ist ein operativer Eingriff, bei dem die Feigwarzen unter örtlicher Betäubung mit Elektrokoagulation (elektrische Verkochung) oder mittels Laser abgetragen werden. Es besteht jedoch ein höheres Rückfallrisiko. Um Rückfälle frühzeitig zu entdecken, sollten Betroffene noch mehrere Jahre nach der Behandlung regelmäßig zur Kontrolle gehen.

Der Partner muss mituntersucht und gegebenenfalls mitbehandelt werden, um Ping-Pong-Ansteckungen zu vermeiden.

Vorsorge

  • Für junge Frauen steht die HPV-Schutzimpfung zur Verfügung.
  • Verwenden Sie Kondome, sie bieten allerdings keinen 100%igen Schutz, da Feigwarzen extrem ansteckend sind.
  • Benutzen Sie keine gemeinsamen Handtücher und Waschlappen.
  • In den USA ist die HPV-Impfung auch für Jungen zugelassen. Die Impfung schützt junge Männer nicht nur vor Feigwarzen, sondern auch vor HPV-assoziierten Erkrankungen wie Peniskrebs oder Tumoren in der Analregion.

07.03.2008 | Von: Dr. med. Astrid Waskowiak, Dr. med. Arne Schäffler


Diese Seite wurde zuletzt geändert am 08.02.2013 um 16:23

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