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Gehörgangsentzündung

Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Gehörgangsentzündung (Otitis externa acuta): Zum Teil sehr schmerzhafte, gelegentlich aber auch nur juckende Entzündung der Haut im äußeren Gehörgang. Meistens handelt es sich um eine kurz andauernde harmlose Erkrankung, an der Bakterien (z. B. Pseudomonas aeruginosa) oder seltener Pilze beteiligt sind. Verbreitet tritt das Krankheitsbild im Sommer nach dem Besuch von bakteriell kontaminierten Badeseen oder Schwimmbädern auf – daher kommt auch der Name Badeotitis (Schwimmerohr).

Leitbeschwerden

  • Heftiger Juckreiz im äußeren Gehörgang
  • Schmerzen, die beim Druck auf den Knorpel vorn am Ohr oder Zug am Ohrläppchen zunehmen
  • Schwellung, Rötung und Krustenbildung im äußeren Gehörgang
  • Eventuell Ohrenausfluss und Schwerhörigkeit.

Wann zum Arzt

Am nächsten Tag bei obigen Leitbeschwerden

Die Erkrankung

Feuchtwarmes Klima fördert Gehörgangsentzündungen, sie treten deshalb vor allem im Sommer und nach dem Schwimmen oder Tauchen auf. Im Wasser weicht die Gehörgangshaut auf und wird angreifbar. Weitere Ursachen der Gehörgangsentzündung sind eine unsachgemäße Ohrreinigung mit Wattestäbchen, Fremdkörper im Ohr, Kopfhörer mit Ohrpassstück, der Gebrauch von Lärmschutzstöpseln sowie Seifen und Shampoos. Eine erhöhte Anfälligkeit haben Menschen, die zu Hauterkrankungen neigen. Mitunter ist eine Gehörgangsentzündung ein Begleitsymptom einer akuten oder chronischen Mittelohrentzündung.

Wenn die Gehörgangshaut sich entzündet, nimmt ihre Widerstandsfähigkeit ab. Durch die Besiedelung mit Keimen schwillt die Gehörgangshaut an und es bilden sich Krusten sowie ein schmieriges, manchmal übel riechendes Sekret. Ausgeprägte Schwellungen und starker Ohrenausfluss (Ohrenlaufen) können die Schallleitung stören. Die Entzündung kann sich nach außen wie nach innen ausbreiten und Ekzeme der Ohrmuschel oder eine Trommelfellentzündung (Myringitis) auslösen.

Das macht der Arzt

Der Arzt untersucht den äußeren Gehörgang, befreit ihn anschließend mit einem sterilen Sauger von Sekret und macht gegebenenfalls einen Abstrich zum Nachweis des Erregers. Bei starken Schwellungen legt er einen Mullstreifen mit Salbe in den Gehörgang ein. Für die Folgebehandlung verschreibt der Arzt Ohrentropfen oder -salben mit einem Antibiotikum (wie Ciloxan® oder Floxal®) oder einem Antibiotikum und einem Kortikoid (wie Dexa Polyspectran®). Nur in schweren Fällen muss die Antibiotikabehandlung innerlich erfolgen (z. B. durch die Einnahme von Ciprobay®).

Selbsthilfe

Den Juckreiz lindern kühlende, z. B. in Alkohol getränkte, Umschläge.

Bei Schmerzen hilft dagegen eher Wärme, z. B. mittels Rotlichtlampe (zehn Minuten pro Anwendung). Achten Sie auf einen Mindestabstand von 50 Zentimetern.

Bei starken Schmerzen können Sie ein Schmerzmittel wie Paracetamol (z. B. in Paracetamol-ratiopharm®) oder Ibuprofen (z. B. Dolormin® extra) einnehmen.

Komplementärmedizin

Homöopathie. Aus Sicht der Homöopathie lässt sich die Neigung zu Gehörgangsentzündungen durch eine individuell abgestimmte Konstitutionsbehandlung beeinflussen.

Vorsorge

Achten Sie unbedingt auf eine sorgfältige Hygiene des Gehöreingangs, um erneute Entzündungen zu vermeiden. Dazu gehören der Schutz des Gehörgangs vor Seife und Shampoo sowie der sachgemäße Gebrauch von Wattestäbchen – sie dürfen grundsätzlich nur am Eingang des Gehörgangs angewendet werden, anderenfalls drohen Verletzungen der Gehörgangshaut und des Trommelfells.

Neigen Sie nach dem Baden den Kopf einen Moment zu jeder Seite, damit das Wasser aus dem Gehörgang läuft. Die Ohrmuschel und den Eingang des Gehörgangs können Sie vorsichtig mit einem Handtuch oder einem Papiertaschentuch abtupfen.

Wenn Sie vom Schwimmen im Sommer leicht Gehörgangsentzündungen bekommen, legen Sie vorher etwas mit Fettsalbe getränkte (und dadurch Wasser abweisende) Watte locker in den Gehörgang ein und nehmen Sie sie nach dem Schwimmen wieder heraus.


Von: Prof. Dr. med. Gerhard Grevers; Dr. Ute Koch; Thilo Machotta; Dr. med. Arne Schä | zuletzt geändert am 28.04.2016 um 15:28


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