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gesundheit-heute.de » Krankheiten | Therapie » Nieren und Harnwege » Erkrankungen der Harnblase und der Harnröhre

Harnblasen- und Harnröhrenverletzungen



Häufigkeit

Harnblasen- undHarnröhrenverletzungen: Kommen fast nur im Rahmen von Mehrfachverletzungen (z. B. bei Verkehrsunfällen) vor, oft kombiniert mit einem Beckenbruch. Ausnahmen sind Harnröhrenverletzungen nach einem Sturz aus größerer Höhe oder Verletzungen von Harnröhre und Harnblase infolge operativer Eingriffe. Eine Verletzung der weiblichen Harnröhre ist sehr selten. Das Ausmaß der Verletzungen reicht von kleinen Einrissen in Harnblase oder Harnröhre über größere Blasenverletzungen bis hin zum vollständigen Abriss der Harnröhre.

Leitbeschwerden

  • Blutung aus der Harnröhre
  • Blutiger Urin
  • Bauchschmerzen
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Harnverhalt (spontanes Wasserlassen ist nicht mehr möglich).

Das macht der Arzt

Harnröhrenverletzungen. Bei Verdacht auf eine Verletzung der Harnröhre wird zunächst Kontrastmittel in die äußere Harnröhrenöffnung gespritzt und ein Röntgenbild angefertigt (Urethrozystogramm), um anschließend einen Blasenkatheter zu legen. Diese Reihenfolge ist sehr wichtig, denn wenn der Arzt das Ausmaß der Verletzung noch nicht kennt und/oder der Katheter unachtsam gelegt wird, droht aus einem Einriss der Harnröhre ein kompletter Abriss zu werden.

Wenn das Urethro-Cystogramm ergibt, dass die Harnröhre intakt oder nur wenig eingerissen ist, legt der Arzt nun vorsichtig einen Katheter über die Harnröhre in die Blase. Ist sie hingegen stärker eingerissen, wird ein suprapubischer Blasenkatheter durch die Bauchdecke gelegt, um den Urin zur Entlastung der Harnröhre nach außen abzuleiten. Sehr häufig heilt die Verletzung so ohne weitere operative Maßnahmen ab. Handelt es sich um einen Harnröhrenabriss, wird für 3–4 Monate ebenfalls ein suprapubischer Blasenkatheter gelegt. Nachdem die Wunde verheilt ist, wird operiert, ansonsten drohen Harnröhrenverengungen.

Blasenverletzungen. Einrisse der Harnblase werden möglichst bald operativ verschlossen. Bis zur Heilung ist ein Dauerkatheter zur Ableitung des Urins notwendig.


07.03.2008 | Von: Dr. med. Martina Sticker, Dr. med. Arne Schäffler


Diese Seite wurde zuletzt geändert am 06.04.2010 um 16:57