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Harnröhrenentzündung

Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Harnröhrenentzündung (Urethritis): Entzündung der Harnröhrenschleimhaut. Die Erreger, meist Bakterien, geraten manchmal vom Enddarm in die Harnröhre. Sie können aber auch von außerhalb des Körpers stammen. Meistens werden sie beim Geschlechtsverkehr übertragen, nur selten über Handtücher oder in Schwimmbädern und Whirlpools.

Bei Frauen werden Harnröhrenentzündungen häufig durch mechanische Reize ausgelöst (z. B. bei wiederholtem Geschlechtsverkehr, ähnlich der Honeymoon-Zystitis). Auch der Abgang von Harngrieß – kleinen Harnsteinchen – über die Harnröhre kann eine Entzündung auslösen. Häufig sind bei Frauen gleichzeitig die Geschlechtsorgane oder die Blase entzündet. Dies ist beim Mann selten. Rechtzeitig behandelt, klingt die Harnröhrenentzündung rasch ab.

Beim Mann sind die Beschwerden meist ausgeprägter als bei der Frau; sie können auch chronisch werden. Bei einer chronischen Harnröhrenentzündung droht eine Harnröhrenverengung; sie kann aber umgekehrt auch durch sie ausgelöst werden.

Leitbeschwerden

  • Brennen und Jucken in der Harnröhre
  • Schmerzen und Brennen beim (meist gehäuften) Wasserlassen
  • Bei Männern meist deutlicher Ausfluss, morgens am stärksten.

Wann zum Arzt

Heute noch, wenn es zu eitrigem Ausfluss aus der Harnröhre kommt.

Die Erkrankung

Oft wird die Harnröhrenentzündung durch sexuell übertragbare Erreger wie Neisseria gonorrhoeae (Gonokokken), Chlamydien, Trichomonaden oder Mykoplasmen ausgelöst. Die Entzündung führt zu Jucken und Brennen beim Wasserlassen und es kommt zum Ausfluss aus der Harnröhre.

Das macht der Arzt

Der Ausfluss aus der Harnröhre liefert dem Arzt erste Hinweise auf den möglichen Krankheitserreger. Um eine sichere Diagnose zu stellen, muss mit einem Tupfer ein Harnröhrenabstrich vorgenommen und im mikrobiologischen Labor untersucht werden. Dieser Abstrich ist für Männer unangenehmer als für Frauen und dient dazu, die Erreger zu identifizieren. Die Behandlung erfolgt mit einem entsprechenden Antibiotikum. Auch wenn der Partner oder die Partnerin keine Beschwerden hat, wird er oder sie bei sexuell übertragbaren Erregern mitbehandelt. Auch eine separate Untersuchung des Partners ist empfehlenswert, um zusätzliche Infektionen mit weiteren Bakterien oder Pilzen auszuschließen, da Mischinfektionen mit verschiedenen Erregern nicht selten sind.


Von: Dr. med. Martina Sticker, Dr. med. Arne Schäffler | zuletzt geändert am 07.04.2016 um 17:33


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