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Harnstau in der Schwangerschaft

Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Harnstau in der Schwangerschaft: Einengung der Harnleiter infolge des Drucks durch die Gebärmutter, mit Rückstau des Harns in die Nierenbecken.

Leitbeschwerden

  • Krampfartige Schmerzen in Unterbauch und Rücken
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Wenig Urinabgang

Wann zum Arzt

Am nächsten Tag, wenn die Urinmenge trotz normalen Trinkens abnimmt oder leichte Schmerzen auftreten.

Sofort, wenn krampfartige Schmerzen auftreten.

Die Erkrankung

Gerade im letzten Schwangerschaftsdrittel drückt die Gebärmutter auf die von beiden Nieren in die Blase führenden Harnleiter. Wenn die Gebärmutter die Harnleiter so stark zusammendrückt, dass sich der Harn bis in die Nieren zurückstaut und dieser Zustand mehr als einen Tag andauert, ist Hilfe notwendig. Meist kommt es dann zu starken, krampfartigen Schmerzen wie bei einer Nierenkolik. Der Zustand ändert sich sofort, wenn der Harn wieder in die Blase ablaufen kann.

Das macht der Arzt

Die Diagnose ergibt sich durch die Symptome in Kombination mit einem Ultraschall, der die gestauten Nieren und Harnleiter darstellt. Meist gibt der Arzt als Erstes entkrampfende Medikamente (z. B. Buscopan®).

Wirken diese nicht, kann bei weiter bestehenden Krämpfen auch eine Schiene über die Blase in die Harnleiter gelegt werden, die sie auch gegen den Druck offen hält. Bleibt der Harnstau nämlich über mehrere Tage bestehen, besteht die Gefahr, dass Bakterien über die Blase und die Harnleiter in die Niere aufsteigen und dort zu einer Nierenbeckenentzündung führen. In diesem Fall sind viel Flüssigkeit und eine Behandlung mit Antibiotika notwendig.


Von: Dr. med. Katja Flieger, Dr. med. Arne Schäffler | zuletzt geändert am 10.11.2016 um 10:26


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