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Hirndrucksteigerung

Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Hirndrucksteigerung: Krankhafter Anstieg des Drucks im Schädelinneren mit nachfolgender Schädigung des Gehirns. Die Hirndrucksteigerung kann plötzlich auftreten (z. B. nach schwerer Kopfverletzung) oder sich allmählich entwickeln (etwa infolge eines Gehirntumors).

Leitbeschwerden

  • Bei Entstehung innerhalb von Stunden: Unruhe, rasch zunehmende Bewusstseinstrübung, Bewusstlosigkeit
  • Bei Entstehung innerhalb von Tagen: Kopfschmerzen, Übelkeit, morgendliches Erbrechen (mit nachfolgender kurzzeitiger Besserung der Beschwerden), Verwirrtheit, zunehmende Bewusstseinstrübung bis zur Bewusstlosigkeit
  • Bei Entstehung innerhalb von Wochen und Monaten: Zunächst Verlangsamung, Antriebsstörungen, Verhaltensänderungen, dann Kopfschmerzen, Übelkeit und die oben aufgeführten Beschwerden.

Die Erkrankung

Der Schutz des Gehirns durch die Schädelknochen hat seinen Preis: Jede nennenswerte Volumenzunahme, sei es durch eine Blutung, eine entzündungsbedingte Schwellung oder einen Tumor, führt zu einer Drucksteigerung, da eine Volumenausdehnung (wie z. B. bei einer Beule) nicht möglich ist.

Bei ansteigendem Hirndruck wird zunächst das geringe Reservevolumen ausgeschöpft, indem die liquorgefüllten Hohlräume zusammengepresst werden. Dann wird das Gehirn zunehmend komprimiert. Dadurch sinkt die Durchblutung, was die Nervenzellen schädigt. Steigt der Druck weiter an, werden schließlich Gehirnanteile eingedrückt und so lebenswichtige Zentren beeinträchtigt. Diese Einklemmung zeigt sich durch krankhafte Bewegungsmuster, vor allem Streckbewegungen der Arme und Beine, Reflexstörungen und schließlich Beeinträchtigung von Temperaturregulation, Herz-Kreislauf- und Atemfunktion.

Das macht der Arzt

Der Kranke wird sofort auf die Intensivstation eingeliefert. Zunächst wird mittels CT und Kernspin die Ursache der Drucksteigerung ermittelt. Oft wird zudem eine kleine Sonde ins Gehirn eingeführt, um den Hirndruck direkt messen zu können. Parallel zur Diagnostik wird versucht, den Hirndruck mit Medikamenten zu senken und durch Unterstützung von Herz und Kreislauf sowie gegebenenfalls durch künstliche Beatmung das Gehirn mit möglichst viel Sauerstoff zu versorgen.

Prognose

Der weitere Krankheitsverlauf hängt einerseits von der Ursache der Drucksteigerung ab. Andererseits sind die Aussichten des Patienten umso schlechter, je länger der Hirndruck bestand und je höher er war. Überlebt der Patient eine Einklemmung, sind schwerste Dauerfolgen bis hin zum Wachkoma die Regel.


Von: Dr. med. Nicole Menche | zuletzt geändert am 22.04.2016 um 12:16


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