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Ichthyosen



Häufigkeit

Ichthyosen (Fischschuppenkrankheiten): Uneinheitliche Gruppe von Erkrankungen, deren gemeinsames Merkmal Störungen der Verhornungsprozesse der Oberhaut sind. Es kommt, je nach Erkrankung, zu zarten bis groben lammellenförmigen Schuppungen der Haut (z. B. an Händen oder Beugeseiten) und eventuell zu Rötungen oder Blasenbildung. Ein Teil der Ichthyosen ist erblich bedingt, ein anderer entsteht aus unbekannter Ursache.

Die Therapie ist schwierig, langwierig und erfordert Erfahrung vom Hautarzt und sehr viel Geduld und Kooperation vom Patienten. Eine Heilung ist nur selten möglich.

Die häufigste und zugleich mildeste Form einer Ichthyose ist die familiär vererbte Ichthyosis vulgaris. Mehrere 100 000 Deutsche sind betroffen. Als Säugling sind die Betroffenen unauffällig, die Krankheit tritt erst im Verlauf der Kindheit immer stärker in Erscheinung. Charakteristisch sind das vergröberte Handlinienmuster der Handinnenflächen ( Abb.) und Fußsohlen sowie fein-weißliche Hautschuppungen. Die Krankheitserscheinungen sind im Winter sowie bei trockener Luft besonders ausgeprägt – was beides auch auf die Neurodermitis zutrifft, an der viele Ichthyosis-Patienten gleichzeitig leiden. Die Behandlung erfolgt durch intensive Hautpflegemaßnahmen, wie z. B. Salben mit einem 10%igen Anteil an Kochsalz, Harnstoff (z. B. Elacutan® Salbe) und/oder Milchsäure (z. B. Lactisol® Creme). Salicylsäurehaltige Präparate sind sehr wirksam, aber wegen ihrer langfristigen Nebenwirkungen (v. a. auf die Niere) nur begrenzt einsetzbar. Bei schwerer Ichthyosis kommen Vitamin-A-Säure-Produkte zum Einsatz, entweder als äußere oder innere Anwendung. Viele Patienten profitieren von Bädern in Salzlösungen, eventuell in Kombination mit einer UV-B-Bestrahlung.

 


07.03.2008 | Von: Dr. Ute Koch, Dr. med. Arne Schäffler


Diese Seite wurde zuletzt geändert am 06.04.2010 um 16:57