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Klinische Untersuchungen der Durchblutung

Lagerungsversuch nach Ratschow. Beim Lagerungsversuch nach Ratschow hebt der Patient die Beine um etwa 45°-90° an und führt mit den Füßen zusätzlich kreisende Bewegungen aus, bis sie blass werden und die Waden zu schmerzen beginnen. Bei Gefäßgesunden tritt dies nach etwa 2 Minuten ein. Werden die Beschwerden schon deutlich früher bemerkt oder fällt eine Seitendifferenz auf, so weist dies auf eine Durchblutungsstörung hin.

Wenn die Waden schmerzen, setzt sich der Patient auf und stellt seine Füße auf den Boden. Die Zeit bis zum Einschießen des Bluts (in der Regel nur wenige Sekunden) gibt insbesondere bei einer Seitendifferenz Hinweise auf Durchblutungsstörungen des Beins.

Lagerungsversuch nach Ratschow: Im Bild links sieht man die Durchblutungssituation beider Beine wenige Sekunden nachdem der Patient die Beine für einige Zeit im Liegen senkrecht nach oben gelagert und mit den Füssen gekreist hatte. Die Asymmetrie fällt sofort ins Auge: Der rechte Fuß ist weißgefleckt (hier kommt weniger arterielles sauerstoffreiches Blut an). Bild rechts: Erst nach einer halben Minute füllt sich auch das rechte Bein mit Blut.

Allen-Test. Beim Allen-Test wird die Durchblutung der Hand getestet, für die zwei Arterien verantwortlich sind, die an der Innen- und Außenseite des Unterarms durch das Handgelenk in die Hand eintreten. Sie werden beide gleichzeitig am Handgelenk abgedrückt, während der Patient die Faust heftig öffnet und schließt. Damit ist die Blutzufuhr zur Hand unterbrochen, sie wird blass. Nach Freigabe jeweils einer Arterie sollte die Hand nach etwa 5 Sekunden wieder normal durchblutet sein, sonst ist ein Verschluss oder eine Engstelle (Stenose) der Arterie naheliegend.

Allen-Test: Zuerst werden beide Arterien, die für die Versorgung der Hand zuständig sind (Speichen- und Ellenarterie), abgedrückt bis die Hand weiß wird. Anschließend gibt der Arzt sie nacheinander wieder frei. Nach spätestens 5 Sekunden färbt sich beim Gefäßgesunden die wieder durchblutete Handpartie rosig. Das bleibt hier aus (rechtes Bild), was auf einen Verschluss der Ellenarterie hinweist.

Gehtest. Beim Gehtest bewegt sich der Patient bei 12 % Steigung und einer Geschwindigkeit von 3 km/h auf einem Laufband. Die entstehenden Beinschmerzen und die Länge der erreichten Strecke erlauben Rückschlüsse auf Durchblutungsstörungen der Beine. Als Alternative zum Laufband ist auch ein schnelles Gehen in der Ebene mit zwei Schritten pro Sekunde möglich.


Von: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Dieter Simon | zuletzt geändert am 14.04.2016 um 12:57


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