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Lyell-Syndrom

Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

[Medikamentöses] Lyell-Syndrom (toxische epidermale Nekrolyse [TEN], Epidermolysis acuta toxica): Akute lebensbedrohliche Hautreaktion, anfänglich mit Rötungen auf Haut und Schleimhäuten, übergehend in starke Blasenbildung und großflächige Ablösung der Oberhaut.

Die Hautveränderungen ähneln einer Verbrennung, weshalb das Lyell-Syndrom auch als Syndrom der verbrühten Haut (toxische epidermale Nekrolyse) bezeichnet wird. Neben den schmerzhaften Hauterscheinungen leiden die Betroffenen unter Fieber und schlechtem Allgemeinzustand. Durch die Hautverluste gehen große Mengen an Körperflüssigkeit verloren, wodurch Wasser- und Elektrolythaushalt entgleisen können. Häufig treten zusätzlich schwere innere Komplikationen (z. B. Hepatitis oder Glomerulonephritis) auf.

Das Lyell-Syndrom geht fast immer auf sehr seltene, aber schwere Arzneimittelnebenwirkungen (z. B. einiger Schmerzmittel oder Antibiotika) zurück, meist nach Einnahme von Medikamenten im Rahmen eines harmlosen Infekts. Tritt die Hauterkrankung bei Säuglingen oder Kleinkindern auf, kann auch eine bakterielle Infektion mit Staphylokokken verantwortlich sein. Die Behandlung muss in jedem Fall im Krankenhaus auf der Intensivstation begonnen werden. Die medikamentöse Behandlung erfolgt beim arzneimittelbedingten Lyell-Syndrom mit hoch dosiertem Kortison. Ein durch Staphylokokken hervorgerufenes Lyell-Syndrom erfordert Antibiotika-Infusionen. Die übrigen intensivmedizinischen Maßnahmen entsprechen der Therapie bei großflächigen Verbrennungen. Trotz rechtzeitiger Therapie verstirbt ein Teil der Patienten.


Von: Dr. Ute Koch, Dr. med. Arne Schäffler | zuletzt geändert am 13.04.2016 um 17:22


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