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Mittelhand- und Fingerbruch

Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Mittelhandbruch (Metakarpalfraktur): Bruch eines der fünf Mittelhandknochen, meist durch Sturz auf die Hand oder starken Anprall.

Fingerbruch: Bruch eines der 14 Fingerknochen infolge von Sturz, starkem Anprall oder Stauchung in der Längsachse, Letzteres häufig beim Ballsport.

Zur Behandlung reicht meist eine mehrwöchige Ruhigstellung. Wenn der Bruch verdreht, verschoben oder in Gelenknähe ist, ist eine Operation erforderlich, um Fehlstellungen zu vermeiden.

Leitbeschwerden

  • Druck- und Bewegungsschmerz
  • Meist ausgeprägte Schwellung
  • Starke Bewegungseinschränkung.

Wann zum Arzt

Noch am gleichen Tag, wenn nach einem Unfall schmerzhafte Schwellungen an der Hand bestehen.

Die Erkrankung

Allgemeines zum Thema Knochenbrüche. Im Vergleich zu Brüchen an größeren Knochen haben Mittelhand- und Fingerbrüche die Besonderheit, dass sie öfter schräg oder spiralförmig verlaufen. Die Bruchflächen verschieben sich dadurch besonders häufig gegeneinander oder verkippen sogar.

Das macht der Arzt

Die oben genannten Symptome lenken sofort den Verdacht auf einen möglichen Mittelhand- oder Fingerbruch. Oft lassen sich die Schmerzen verstärken, wenn der Arzt den betroffenen Finger in seiner Längsachse staucht – ein einfacher, aber nicht ganz sicherer Test. Zur Diagnosesicherung sind Röntgenaufnahmen erforderlich. Häufig ist eine konservative Behandlung ausreichend. Der Arzt richtet den Bruch bei Bedarf in lokaler Betäubung ein und stellt ihn anschließend für 4 Wochen ruhig. Dazu verwendet er einen Unterarm(kunststoff)gips oder eine individuell angepasste Gipsschiene mit Fingereinschluss. Bei unverschobenen Brüchen kommen oft vorgefertigte Schienen zum Einsatz, z. B. Mittelhandschienen aus Kunststoff oder Fingerschienen aus Aluminium.

Eine leichte Abknickung des Bruchs hat insbesondere in der Mittelhand keine schwerwiegenden Folgen. Problematischer ist eine Verdrehung im Bruchbereich (Drehfehler, Rotationsfehler), die beim Faustschluss häufig zu einem Überkreuzen der Finger führt. Brüche mit Drehfehler werden deshalb meist operativ eingerichtet und mit Schrauben, Platten oder Drähten stabilisiert. Das Gleiche gilt für Brüche mit starker Verschiebung oder in Gelenknähe. Auch Brüche des ersten Mittelhandknochens, der den Daumen trägt, eignen sich aufgrund der großen Beweglichkeit schlecht für eine konservative Behandlung. Im Anschluss an die Operation ist eine Gipsruhigstellung für 1 bis 3 Wochen erforderlich.

Mittelhandbrüche heilen meist ohne Operation. Stark abgeschrägte Brüche, wie auf dem linken Röntgenbild (Bild a) dargestellt, machen jedoch oft eine Operation erforderlich. Schrauben, Platten oder Drähte dienen dazu, den Bruch zu stabilisieren (Bild d). Bild b zeigt die Röntgenaufnahme eines Spiralbruchs, der mit zwei Schrauben fixiert wurde. Unterbleibt in diesem Fall eine operative Behandlung, entsteht eventuell die in Bild c dargestellte Situation: Der verletzte Fingerstrahl verheilt in Fehlstellung und überkreuzt den Nachbarfinger – eine ungünstige Ausgangsstellung für präzise Handbewegungen. Dass der Mittelfinger auf der Abbildung teilweise amputiert ist, weist auf die Schwere der Handverletzung hin, die zum Fingerbruch führte.

Weiterführende Informationen


Von: Dr. med. Michael Bedall | zuletzt geändert am 31.03.2016 um 17:43


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