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Nachtblindheit

Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Nachtblindheit: Deutlich reduziertes Sehvermögen in Dämmerung und Dunkelheit. Es gibt eine angeborene und eine erworbene Nachtblindheit. Die erworbene Form wird durch Vitamin-A-Mangel oder verschiedene Augen- oder Allgemeinerkrankungen verursacht, selten durch Medikamente, z. B. den Wirkstoff Phenotiazin.

Die Erkrankung

Die angeborene Nachtblindheit beruht auf einer mangelhaften Funktionsfähigkeit der Sinneszellen in der Netzhaut, die für das Dämmerungssehen verantwortlich sind, und geht häufig mit Kurzsichtigkeit einher.

Die erworbene Form hat verschiedene Ursachen: Vitamin A ist für die Regeneration des Sehfarbstoffs nötig. Ein Mangel entsteht entweder durch ungenügende Vitamin-A-Zufuhr – diese Erkrankung ist in Entwicklungsländern zusammen mit Unterernährung eine der häufigsten Erblindungsursachen – oder durch eine Störung der Vitamin-A-Aufnahme oder -Ausnutzung bei chronischen Magen-Darm-Erkrankungen oder Leberleiden.

Auch Trübungen der Hornhaut oder der Linse können zu einer Störung der Dunkelanpassung (Dunkeladaptation) führen, ebenso verschiedene Erkrankungen der Netzhaut oder des Sehnervs, wie z. B. der grüne Star.

Das macht der Arzt

Die Diagnose wird mit speziellen Geräten, den Nyktometern oder Mesoptometern (Mesometer) gestellt. Dabei adaptiert sich der Patient zunächst 10–15 Minuten im Dunkelraum. Dann werden ihm verschiedene Sehzeichen unter abgestufter Umfeldhelligkeit gezeigt. Aus den Angaben des Patienten kann der Arzt dann den Grad der Nachtblindheit bestimmen. Die therapeutischen Möglichkeiten sind begrenzt und abhängig von der Ursache.

Selbsthilfe

Wer trotz Nachtblindheit unbedingt Autofahren muss, sollte, um das Auge einzugewöhnen, die letzte halbe Stunde vor dem Autofahren in abgedunkelter Umgebung oder Dämmerung verbringen.

Komplementärmedizin

Pflanzenheilkunde. Heidelbeerextrakt soll das Sehvermögen bei Dunkelheit erhöhen, allerdings kann ein therapeutischer Effekt anscheinend erst erzielt werden, wenn das Phytopharmakum über einen längeren Zeitraum in hoher Dosierung eingenommen wird (etwa 200–400 mg pro Tag in Kapsel- bzw. Tablettenform).

Orthomolekularmedizin. Die Orthomolekularmedizin empfiehlt eine Substitutionstherapie mit Vitamin A. Diese ist aber nur dann gerechtfertigt, wenn nachweislich ein Vitamin-A-Mangel die Ursache für die Nachtblindheit ist. Auf Verdacht sollte die empfohlene Tagesmenge von etwa 1 mg nicht überschritten werden: Da sich das fettlösliche Vitamin A im Körper anreichert, kann ein Überangebot sogar gesundheitsschädliche Folgen haben. Gleiches gilt für Beta-Karotin, einer Vorstufe von Vitamin A – hier beträgt der tägliche Bedarf 2 mg. Schwangere sollten gar kein Vitamin A einnehmen, da das Kind geschädigt werden kann.


Von: Dr. rer. nat. Katharina Munk | zuletzt geändert am 18.03.2016 um 11:01


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