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Nasenbeinbruch

Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Nasenbeinbruch (Nasenbeinfraktur): Bruchverletzung des Nasenbeins. Beim Sport, bei Unfällen sowie bei tätlichen Auseinandersetzungen wird die ungeschützt aus dem Gesicht hervorstehende Nase leicht getroffen, ein starker Schlag kann dabei zu einem Nasenbeinbruch führen.

Leitbeschwerden

  • Schiefstand des Nasenbeins, bei Schwellungen durch Blutergüsse nicht immer sichtbar
  • Häufig Nasenbluten
  • Behinderte Nasenatmung und eventuell Einschränkung des Riechvermögens.

Die Erkrankung

Der Nasenbeinbruch gehört zu den häufigsten Bruchverletzungen im Gesichtsbereich und ist eine typische Verletzung nach Schlägereien, Kampf- und Mannschaftssportarten wie Boxen oder Handball, Stürzen und Autounfällen.

Bei offenen Brüchen bestehen gleichzeitig Verletzungen nahe gelegener Hautbereiche, Weichteile und Blutgefäße, wodurch die gebrochenen Knochen- und Knorpelteile sichtbar offen liegen. Bei einem Nasenbeinbruch kommt es fast immer zu Nasenbluten. Zusätzlich kann die Nasenschleimhaut anschwellen und die Nasenatmung behindern sowie den Geruchssinn einschränken. Ein Nasenbeinbruch geht häufig mit einer Nasenscheidewandverbiegung einher, zum Nasenscheidewandbruch (Verbindungen der Nasenscheidewand zerreißen) kommt es allerdings nur selten.

Das macht der Arzt

Bei deutlichem Schiefstand der Nase oder eingedrücktem Nasenrücken stellt der Arzt die Diagnose schon mit dem Auge. Beim vorsichtigen Abtasten der Nase zeigt sich, dass das Nasengerüst überdurchschnittlich beweglich ist und/oder verschobene Knochenteile tastbar sind. Oft fordert der Arzt ein Röntgenbild oder CT von Nase und Schädel an, um weitere Brüche oder Begleitverletzungen im Schädelinneren auszuschließen. Eine Nasenspiegelung verrät ihm, ob gleichzeitig eine Nasenscheidewandverbiegung oder andere Verletzungen der Nasenhöhle vorliegen.

Bei einem Bluterguss an der Nasenscheidewand (Septumhämatom) können sich dort Bakterien ansiedeln und zu einem Septumabszess führen. Eine mögliche Folge eines Septumabszesses, aber auch von Operationen an der Nasenscheidewand, ist eine Septumperforation, d. h. ein Loch in der Nasenscheidewand, das linke und rechte Nasenhaupthöhle verbindet. Die Septumperforation äußert sich durch eine Austrocknung der Nasenschleimhaut mit verstärkter Borkenbildung und wiederholtem Nasenbluten, seltener auch durch Pfeifgeräusche bei der Atmung. Kleinere bis mittlere Löcher in der Nasenscheidewand können oft durch einen kleinen Eingriff verschlossen werden.

Bei verschobenen Knochenteilen oder einer Deformierung muss die Nase binnen einer Woche in ihre ursprüngliche Position gebracht werden. Je nach Schweregrad kann dieser Eingriff mit oder ohne Vollnarkose erfolgen. Eine anschließende Nasentamponade stillt mögliche Blutungen und stabilisiert die wiederhergestellte Nasenform. Zusätzlich wird auf der äußeren Nase für etwa eine Woche ein Nasengips angelegt. Bei einem Bruch ohne verschobene Bruchstücke und ohne Veränderung der Nasenform kann unter Umständen auf die genannten Maßnahmen völlig oder teilweise verzichtet werden. Eventuelle Haut, Schleimhaut- und Weichteilverletzungen werden gereinigt und – falls erforderlich – genäht. Des Weiteren erhält der Patient vorbeugend eine Tetanusschutzimpfung und ein Antibiotikum zum Schutz vor anderen bakteriellen Wundinfektionen.

Selbsthilfe

Im Zusammenhang mit dem Nasenbeinbruch auftretende Schmerzen können Sie mit schmerzstillenden und gleichzeitig anti-entzündlich wirksamen Medikamenten (z. B. Eudorlin® extra oder Dolormin® extra, beide mit dem Wirkstoff Ibuprofen) lindern. Mittel mit Acetylsalicylsäure (z. B. Aspirin®) eignen sich nicht, da sie die Blutungsgefahr steigern. Bei behinderter Nasenatmung helfen schleimhautabschwellende Nasentropfen oder -sprays.


Von: Prof. Dr. med. Gerhard Grevers; Dr. Ute Koch; Thilo Machotta; Dr. med. Arne Schä | zuletzt geändert am 29.04.2016 um 12:37


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