Notdienstapotheken
Serviceapotheken
Apotheken
Ärztliche Bereitschaft
Giftnotruf

Gesund leben | Vorsorge

Eltern und Kind

Gesundheit und Politik

Krankheiten | Therapie

Premium Gesundheitsinfos

Archiv

«
Mai - 2012
»
SMDMDFS
 01
02
03
04
05
06
07
08
09
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
2728
29
30
 

Diagnosefinder

diagnosefinder
Medizinlexikon
A B C D E F G H I J K L M
N O P Q R S T U V W X Y Z
Twitter
 
gesundheit-heute.de » Krankheiten | Therapie » Frauenkrankheiten » Menstruationszyklus und Wechseljahre

Östrogenmangel-Kolpitis



Häufigkeit

Östrogenmangel-Kolpitis (Kolpitis senilis, atrophische Kolpitis): Scheidenentzündung bei Frauen in und nach den Wechseljahren aufgrund des nicht mehr vollständigen Aufbaus der Scheidenschleimhaut, und dadurch reduzierte Abwehrkraft.

Die Östrogenmangel-Kolpitis beginnt als nicht infektiöse Scheidenentzündung, Bakterien oder Pilze sind zunächst nicht die Ursache, besiedeln aber oft im weiteren Verlauf die entzündete Scheidenschleimhaut.

Die Therapie gelingt bei korrekter Diagnostik zuverlässig mit Maßnahmen zur Verbesserung des Scheidenmilieus sowie mit Antibiotika bzw. Antimykotika.

Leitbeschwerden

  • Starker Juckreiz
  • Vermehrter Ausfluss, bei bakterieller Mitbeteiligung je nach Erreger mit verändertem Geruch oder veränderter Konsistenz
  • Brennender, wundartiger Schmerz im Scheideninneren
  • Rötung und Schwellung der Schamlippen
  • Fehlendes Feuchtwerden der Scheide bei sexueller Erregung sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Wann zum Frauenarzt

In der nächsten Woche, wenn die genannten Beschwerden auftreten

Das macht der Arzt

Farbe, Geruch und Beschaffenheit des Ausflusses sowie die mikroskopische Untersuchung des Scheidensekrets liefern dem Arzt Hinweise auf Vorhandensein und Art eines Erregers (Näheres). Mit antimykotischen (gegen Pilze) oder antibiotischen Salben (gegen Bakterien) oder Vaginaltabletten sind die Entzündungen in der Regel schnell und effektiv zu behandeln. Bei sehr hartnäckigen Infektionen ist eine orale Einnahme von Antimykotika oder Antibiotika in Tablettenform notwendig. Um eine Ausweitung der Entzündung auf Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke zu verhindern, sollte die Therapie so rasch wie möglich begonnen werden.

Wichtig ist, neben der Infektion auch die Grunderkrankung zu behandeln und das Scheidenmilieu wieder zu verbessern. Dazu stehen Präparate mit Döderlein-Bakterien (z. B Vagiflor®) zur Verfügung. Außerdem kann eine äußerlich anzuwendende östrogenhaltige Salbe (z. B. Linoladiol®, OeKolp®) die Scheidenschleimhaut wieder aufbauen und den Juckreiz lindern.

Selbsthilfe

Eine Selbsthilfe sollte die ärztliche Behandlung nicht ersetzen, sondern begleiten und weiterführen. Als Maßnahmen werden empfohlen:

  • Moorsitzbäder, die die Durchblutung und Widerstandsfähigkeit der Scheide fördern
  • Unterwäsche aus Baumwolle, die bei 90 °C waschbar ist, damit Erreger abgetötet werden und eine erneute Infektion verhindert wird.

Übertriebene Genitalhygiene wie z. B. der Gebrauch von Intimlotionen oder -sprays schadet mehr als sie nützt, denn sie kann die Scheidenflora zerstören.


07.03.2008 | Von: Dr. med. Astrid Waskowiak, Dr. med. Arne Schäffler


Diese Seite wurde zuletzt geändert am 06.04.2010 um 16:57