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Ohrenschmalzpfropf

Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Ohr[en]schmalzpfropf (Cerumen obturans, Zeruminalpfropf): Teilweiser oder vollständiger Verschluss des äußeren Gehörgangs durch Ohrenschmalz, verbunden mit Hörminderung. Mögliche Ursachen sind eine übermäßige Ohrenschmalzproduktion, ein gestörter Selbstreinigungsmechanismus des äußeren Gehörgangs oder unsachgemäße Reinigung mit Wattestäbchen, bei der das Ohrenschmalz tief in den Gehörgang geschoben wurde.

Leitbeschwerden

  • Zunehmende oder abrupt auftretende Hörminderung
  • Druckgefühl im Ohr
  • Eventuell Ohrgeräusche und Schwindel.

Wann zum Arzt

In den nächsten Tagen, wenn das Hören vermindert ist oder Druckgefühl auftritt

Die Erkrankung

Ist der Selbstreinigungsmechanismus des Ohrs gestört – meist durch unsachgemäße Säuberung mit Wattestäbchen –, bilden sich größere Ansammlungen von Ohrenschmalz. Sie vermischen sich mit Hautschuppen und von außen in das Ohr eingedrungenen Schmutz. Mit der Zeit entsteht daraus ein Pfropf, der den äußeren Gehörgang ganz oder teilweise verschließt und eine Hörminderung sowie ein Druckgefühl im Ohr bewirkt. Häufig quillt der Pfropf nach Wasserkontakt (z. B. nach dem Duschen oder Schwimmen) auf, sodass die Hörminderung vom Betroffenen als plötzliches Ereignis empfunden wird.

Enge Gehörgänge und die individuell unterschiedliche Konsistenz des Ohrenschmalzes begünstigen die Entstehung eines Pfropfs. Komplikationen wie eine Gehörgangentzündung sind selten.

Das macht der Arzt

Der Arzt untersucht den äußeren Gehörgang und achtet dabei auf mögliche andere Verschlussursachen, z. B. Fremdkörper, Tumoren oder Hautschuppen. Anschließend entfernt er den Pfropf mit einem Sauger oder speziellen Häkchen oder durch eine Ohrspülung. Für die Ohrspülung setzt sich der Patient bequem hin, seine Kleidung wird durch ein wasserdichtes Abdecktuch geschützt. Der Arzt spült mit einer (stumpfen) Ohrspritze körperwarmes Wasser mit wenig Druck in den Gehörgang. Das Wasser und das gelöste Ohrenschmalz laufen in eine Nierenschale ab, die der Patient oder eine Assistentin unter das betreffende Ohr hält. Gegebenenfalls wird die Ohrspülung mehrmals wiederholt. Ein sehr harter Ohrenschmalzpfropf wird vor der Ohrspülung durch Ohrentropfen mit Wasserstoffperoxid oder Glycerin aufgeweicht. Zum Schluss prüft der Arzt den Behandlungserfolg durch eine erneute Untersuchung des Gehörgangs.

Von einer Selbstbehandlung mit Präparaten zum Erweichen und Ausspülen eines Ohrenschmalzpfropfs ist abzuraten. Zum einen können diese Gehörgang und Trommelfell verletzen, zum anderen sind eventuelle ernste Ursachen der Beschwerden für den Laien nicht erkennbar.

Vorsorge

Die wichtigste Maßnahme zur Vermeidung eines Ohrenschmalzpfropfs ist die sachgemäße (ärztliche) Ohrreinigung. Vor allem: Vorsicht mit Wattestäbchen!


Von: Prof. Dr. med. Gerhard Grevers; Dr. Ute Koch; Thilo Machotta; Dr. med. Arne Schä | zuletzt geändert am 28.04.2016 um 15:31


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