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Polypen

Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Polypen (Adenoide, adenoide Vegetationen, Rachenmandelwucherung): Wucherung der im Nasenrachen befindlichen Rachenmandeln hauptsächlich bei 3- bis 6-jährigen Kindern, im Rahmen der Entwicklung der Immunabwehr auftretend. Polypen, also die vergrößerten Rachenmandeln, versperren die zum Nasenrachen hin gelegene Öffnung der Nasenhöhle und Ohrtrompeten, die Folge sind häufige Infekte (vor allem Mittelohrentzündungen) und eine behinderte Nasenatmung.

Leitbeschwerden

  • Mundatmung
  • Appetitlosigkeit, Schnarchen, anhaltend „laufende“ Nase und Husten
  • Näselnde Sprache
  • Häufig auftretende Infekte der Nase und/oder der Nasennebenhöhlen mit Mittelohrentzündung
  • Vergrößerte Lymphknoten im Kieferwinkel.

Wann zum Arzt

In den nächsten Tagen, wenn obige Leitbeschwerden länger als einen Monat andauern

Heute noch, wenn zusätzlich Fieber und/oder Ohrenschmerzen auftreten.

Die Erkrankung

Ein geringer Größenzuwachs der Rachenmandeln gehört zur normalen Entwicklung des kindlichen Immunsystems. Bei ständigen Entzündungsprozessen, insbesondere wiederkehrenden Anginen, wächst das Lymphgewebe jedoch überschießend und engt die Nasenhöhle stark ein. Dann treten Beschwerden auf und der Arzt spricht von Polypen.

Wenn Polypen die Öffnung der Ohrtrompete verschließen, wird das Mittelohr nicht mehr ausreichend belüftet. Dadurch kommt es zu einem Paukenerguss, der das Hörvermögen beeinträchtigt und so auf Dauer die kindliche Sprachentwicklung stört.

Behindern die Polypen die Nasenatmung, atmet das Kind verstärkt durch den Mund. Kinder weisen in der Regel nicht selbst auf ihre Beschwerden hin, da die Polypen nicht wehtun – auffällig ist jedoch, wenn das Kind den Mund immer geöffnet hat (z. B. auf allen Fotos aus der letzten Zeit). Eine besonders kritische Folge sind nächtliche Schlafstörungen; typische Anzeichen sind Schnarchen und ein unruhiger Schlaf mit Atempausen (Schlafapnoe).

Das macht der Arzt

Der Arzt sieht durch Spiegelung des Nasenrachens, wie stark die Rachenmandeln vergrößert sind oder ob ein Tumor (sehr selten) für die Beschwerden verantwortlich ist. Außerdem untersucht der Arzt die Ohren, um einen eventuellen Paukenerguss festzustellen. Bei dauerhaften Anzeichen von Atemnot, behinderter Nasenatmung, Schlafapnoe und länger andauernden Paukenergüssen werden die Rachenmandeln (eventuell zusammen mit den Gaumenmandeln) entfernt.


Von: Prof. Dr. med. Gerhard Grevers; Dr. Ute Koch; Thilo Machotta; Dr. med. Arne Schä | zuletzt geändert am 29.04.2016 um 12:04


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