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Räusper- und Schluckzwang

Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Räusper- oder Schluckzwang: Zwanghaftes Räuspern oder Schlucken aufgrund eines Trockenheits-, Kloß- oder Fremdkörpergefühls im Hals. Ausgelöst vor allem durch funktionelle Stimmstörungen.

Nach längerem Sprechen und Singen nehmen die Beschwerden häufig zu, weshalb ein Räusperzwang für Lehrer, Redner und Sänger besonders unangenehm ist. Häufig wird er auch durch den dauerhaften Kontakt der Rachenschleimhaut mit reizenden Stoffen (z. B. Staub, Nikotin, Alkohol, Chemikalien oder Reizgase) ausgelöst. Eine chronische Mundatmung, z. B. bei Verbiegung der Nasenscheidewand oder chronischer Nasennebenhöhlenentzündung, kann ebenfalls die Ursache sein. In der Regel sind die Schleimhäute in Mund und Nase mitbetroffen, weil sie zu trocken sind.

Das macht der Arzt

Ein Besuch beim HNO-Arzt kann klären, ob organische Ursachen im Bereich des Rachens oder der Nase vorliegen und sich diese – gegebenenfalls durch eine Operation – dauerhaft beheben lassen.

Für die Behandlung gibt es kein Patentrezept. Zunächst müssen Sie versuchen, sofern möglich, die Ursachen auszuschalten und schleimhautreizende Stoffe zu meiden. Bei funktionellen Stimmstörungen hilft eine individuell angepasste logopädische Behandlung. Eine etwaige Entzündung der Rachenschleimhaut bringt der Arzt je nach Entzündungsursache mit Antiallergika oder anderen entzündungshemmenden Medikamenten zum Abklingen.

Selbsthilfe

Halten Sie die Rachenschleimhaut feucht, z. B. durch Inhalate, Lutschpastillen mit Salbei oder Emser Salz® Lutschpastillen. Kamille ist ungeeignet, sie trocknet weiter aus, ebenso Lutschbonbons mit Menthol oder Eukalyptus. Bewährt haben sich auch ölige Nasentropfen (z. B. Coldastop® mit Vitamin A und E), mit denen über die Nase ein Schutzfilm auf die Rachenschleimhaut aufgebracht wird. Nicht zuletzt sollten Sie auf saure, scharfe und heiße Speisen und Getränke verzichten.

Komplementärmedizin

Homöopathie. Eventuell trägt eine individuell abgestimmte homöopathische Konstitutionstherapie zur Linderung der Beschwerden bei.


Von: Prof. Dr. med. Gerhard Grevers; Dr. Ute Koch; Thilo Machotta; Dr. med. Arne Schä | zuletzt geändert am 29.04.2016 um 11:38


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