Notdienstapotheken
Serviceapotheken
Apotheken
Ärztliche Bereitschaft
Giftnotruf

Diagnosefinder

diagnosefinder
Krankheiten | Therapie » Verhütung und Sexualleben » Sterilisation und Refertilisation

Refertilisation



Refertilisation (Refertilisierung, Sterilitätsoperation): Chirurgischer Eingriff zur Wiederherstellung der Fruchtbarkeit nach einer Sterilisation. Die mikrochirurgische Operation ist entsprechend spezialisierten Fachärzten vorbehalten, deren Erfolgsraten übersteigen inzwischen 50 %.

Refertilisation beim Mann

Um sich die erheblichen Mühen einer zudem oft erfolglosen 08h36|Refertilisation zu ersparen, wird Männern vor einer Sterilisierung die Kryokonservierung ihres Spermas angeboten. Auf dieses Sperma kann im Fall eines späteren Kinderwunschs beliebig lange zurückgegriffen werden. Die Lagerungskosten dafür liegen allerdings bei 100–200 € pro Jahr. Das Bild zeigt eine medizinisch-technische Angestellte beim Entnehmen von Spermaprobenbehältern aus flüssigem Stickstoff.

Um die Fruchtbarkeit beim Mann wiederherzustellen, gibt es zwei Möglichkeiten: Die Vasovasostomie und die Tubulovasostomie. Bei der Vasovasostomie versucht man, die durchtrennten Samenleiter operativ wieder zu verbinden. Gelingt dies nicht, so versucht man sie an die Nebenhoden zu nähen (Tubulovasostomie).

Beide Operationen werden vom Urologen oder Chirurgen ambulant unter Lokal- oder Vollnarkose durchgeführt. Samenanalysen werden nach sechs und zwölf Wochen und dann vierteljährlich empfohlen. Wenn nach einem Jahr keine Spermien im Ejakulat nachweisbar sind, war die Operation erfolglos. Die Erfolgschancen einer Refertilisation beim Mann liegen bei etwa 60 % und sind umso höher, je kürzer die Sterilisation zurückliegt.

 

Refertilisation bei der Frau

Durchführung einer Refertilisationsoperation beim Mann: Die Enden der durchtrennten Samenleiter werden aneinandergelegt (Bild Mitte) und anschließend vernäht.

Im Falle einer vorausgegangenen Clip-Sterilisation versucht man bei der Frau die Eileiter wieder durchgängig zu machen (Rekanalisation), indem in einer Operation Verklebungen gelöst oder Verengungen beseitigt werden. Im Falle einer vorausgegangenen Thermokoagulation wird versucht, die durchtrennten Eileiterenden mikrochirurgisch wieder zu verbinden (mikrochirurgische Refertilisation). Die Erfolgschancen liegen bei 80 % nach der Clip-Sterilisation und bei ~ 45 % nach der Thermokoagulation.

Bei geglückter Refertilisation ist eine gefürchtete Komplikation jedoch die Eileiterschwangerschaft: Die befruchtete Eizelle bleibt auf ihrem Weg zur Gebärmutter im Eileiter hängen, da dieser nun durch mehrere Operationen vorgeschädigt ist.

 

Für den Eingriff müssen mehrere Tausend Euro einkalkuliert werden.


13.03.2008 | Von: Dr. med. Andrea Stadler, Dr. med. Arne Schäffler

Bitte loggen Sie sich ein, um diesen Artikel auf Ihre persönliche Merkliste zu setzen.



Diese Seite wurde zuletzt geändert am 06.04.2010 um 16:57