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Diagnosefinder
Scharlach





Scharlach (Scarlatina) ist eine unter Kindergarten- und Schulkindern häufige Sonderform der Streptokokken-Angina (Angina tonsillaris). Scharlach unterscheidet sich weder im Verlauf noch den Leitbeschwerden und Komplikationen von der „normalen“ Streptokokken-Angina. Zusätzlich zu den typischen Halsbeschwerden und dem Fieber treten beim Scharlach jedoch Haut- und Schleimhauterscheinungen auf:
- Die Zunge ist zuerst gelb-weißlich belegt, ab dem 3. bis 4. Tag stark gerötet mit verdickten Zungenknospen (Papillen); dies erklärt den Namen Himbeerzunge.
- Ab dem 2. bis 3. Tag erscheint ein sandpapierartiger, also dicht stehender und kleinfleckiger Hautausschlag. Er beginnt in der Achsel- oder Leistenregion und greift von dort aus auf den übrigen Körper über.
- Das Gesicht und insbesondere die Wangen sind gerötet, die Gegend um den Mund bleibt aber ausgespart („Milchbart“).
- Nach 1–3 Wochen kann eine grobe Schuppung der Haut auftreten, insbesondere an Händen und Füßen.
Der unterschiedliche Verlauf bei Scharlach gegenüber der „normalen“ Angina erklärt sich so: Scharlach wird von bestimmten Streptokokkenstämmen ausgelöst, die im Gegensatz zu den anderen Streptokokken-Typen ein Toxin (= Giftstoff) produzieren, das den typischen Hautausschlag hervorruft. Der Verlauf der Erkrankung ist beim Scharlach nicht schlimmer als bei einer durch andere Streptokokken-Stämme ausgelösten Angina, und auch die Diagnose, Behandlung und vorbeugenden Maßnahmen sind dieselben. Ebenso hat der Scharlach mit der „normalen“ Streptokokken-Angina gemeinsam, dass man ihn im Laufe des Lebens mehrmals bekommen kann.
