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gesundheit-heute.de » Krankheiten | Therapie » Orthopädie und Unfallmedizin » Ellenbogen und Unterarm

Speichenköpfchenbruch



Häufigkeit

Speichenköpfchenbruch(Radiusköpfchenfraktur): Bruchverletzung am oberen Ende der Speiche (Speichen- oder Radiusköpfchen) neben dem Ellenbogengelenk, meist beim Sturz auf den ausgestreckten Arm. Das kleine Speichenköpfchen prallt dabei gegen das massivere, untere Ende des Oberarmknochens und zerschlägt sich dabei. Unverschobene Brüche werden zwei Wochen im Gips ruhig gestellt, verschobene operiert. Meist heilt die Verletzung folgenlos.

Leitbeschwerden

  • Schmerzen im Ellenbogen, meist auch im Unterarm und Handrücken
  • Zunehmende Schwellung der Streck- und Außenseite des Ellenbogens
  • Schmerzhafte Bewegungseinschränkung im Ellenbogengelenk, v. a. bei der Umwendbewegung der Hand und Streckung.

Das macht der Arzt

Die Schmerzsymptomatik ist wenig hilfreich für die Diagnose, da der Unterarm und die Hand beim Bruch des Speichenköpfchens manchmal stärker schmerzen als der Ellenbogen; dies beruht auf dem Verlauf des Speichennervs, der am Speichenköpfchen vorbei über die Streckseite des Unterarms zum Handrücken zieht. Befindet sich der Hauptdruckschmerz über dem Speichenköpfchen und nimmt er beim Drehen des Unterarms deutlich zu, besteht der Verdacht auf einen Speichenköpfchenbruch, es werden dann entsprechende Röntgenaufnahmen angeordnet. In Zweifelsfällen klärt ein CT die Diagnose.

Bei Brüchen, die nicht oder nur wenig verschoben sind, ist eine Oberarm(gips)schiene für 1–3 Wochen ausreichend. Nach Abklingen der akuten Schmerzen verordnet der Arzt krankengymnastische Bewegungsübungen. Stärker verschobene Brüche erfordern eine operative Therapie. Abhängig vom Grad der Zertrümmerung setzt der Arzt das Speichenköpfchen mit kleinen Schrauben wieder zusammen oder entfernt es vollständig.

Nach Entfernung des Speichenköpfchens entwickeln sich manchmal Fehlstellungen im Ellenbogen und eventuell auch im Handgelenk. Trotzdem sind die Patienten meist beschwerdefrei und empfinden keine Einschränkung der Gelenkbeweglichkeit. Eine Alternative zur ersatzlosen Entfernung stellt das Einsetzen einer Speichenköpfchenprothese(Radiusköpfchenprothese) dar.


11.08.2008 | Von: Dr. med. Michael Bedall


Diese Seite wurde zuletzt geändert am 06.04.2010 um 16:57