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Sterilitätsdiagnostik bei der Frau

Folgende Untersuchungen werden bei der Sterilitätsdiagnostik durchgeführt:

Zyklusanamnese. Bei der Zyklusanamnese werden mindestens 3 bis maximal 6 Menstruationszyklen und deren Begleiterscheinungen wie Unterleibsschmerzen, Brustspannen oder Zwischenblutungen beobachtet und in einen Zykluskalender eingetragen. Ein deutlich verkürzter Zyklus weist z. B. auf eine Gelbkörperschwäche, das Ausbleiben der Monatsblutung (Amenorrhoe) auf einen fehlenden Eisprung (anovulatorischer Zyklus) hin.

Basaltemperaturkurve. Um bei bestehendem Kinderwunsch die fruchtbaren Tage und den Zeitpunkt des Eisprungs zu bestimmen, eignen sich die Basaltemperatur- und Zervixschleimmethode. Die bei der natürlichen Verhütung „gefährlichen" Tage sind hier nun die „günstigen" Tage, um ein Kind zu zeugen.

Die Basaltemperaturkurve gibt wertvolle Hinweise auf die mögliche Ursache einer Kinderlosigkeit: Oben der typische Verlauf mit zwei Phasen und in der Mitte der Eisprung, nach dem die Temperatur dann über das Niveau der ersten Zyklushälfte ansteigt. Beim Bild in der Mitte findet kein Eisprung statt (anovulatorischer Zyklus) und der Temperaturanstieg in der Zyklusmitte bleibt aus. Unten weist der verzögerte Kurvenanstieg auf eine Gelbkörperschwäche hin.

Hormondiagnostik. Die Hormondiagnostik nimmt in der Sterilitätsdiagnostik der Frau eine Schlüsselrolle ein. Die große Tabelle erläutert die für die Sterilitätsdiagnostik wichtigsten Hormonuntersuchungen.

Kontrastmittelsonographie. Um die Durchgängigkeit der Eileiter zu überprüfen macht man eine Kontrastmittelsonographie (Hysterokontrastsonographie, Hysterosalpingo-Sonographie, HKSG). Dabei wird ein dünner Katheder durch die Scheide in die Gebärmutter eingeführt, in den man anschließend Kontrastmittel gibt. Im Ultraschallbild lässt sich erkennen, ob und wie das Kontrastmittel durch die Eileiter fließt. Die Kontrasmittelsonographie hat die früher übliche Hysterosalpingographie weitgehend abgelöst, die die Patienten erheblich mit Strahlen belastete.

Kontrastmittelsonographie einer 31-jährigen Patientin mit primärer Sterilität, die sich seit 5 Jahren ein Kind wünschte. Man sieht beidseits große Auftreibungen der Eierstöcke durch Sekretanstau (Saktosalpinx, rote Pfeile), die wahrscheinlich das Ergebnis früherer Eierstockentzündungen ( Adnexitiden) sind. Wie erwähnt, ist die Hysterosalpingographie zwar inzwischen von der Kontrastmittelsonographie abgelöst worden, aber deren Befundbilder sind für Ungeübte allerdings nur schwer nachzuvollziehen.

Bauchspiegelung. Eine Bauchspiegelung ist die präziseste Methode, um die Eileiter zu überprüfen und Organe wie Gebärmutter, Eierstöcke und Blase direkt zu betrachten. Endometriose, Verwachsungen oder Myome können erkannt und teilweise auch schon sofort während des Eingriffs entfernt werden.

Gebärmutterspiegelung. Eine Gebärmutterspiegelung gibt Aufschluss über Verklebungen, Myome oder Polypen in der Gebärmutter, die dabei oft schon während des Eingriffs entfernt werden können.

Überblick: Die Geschlechtshormone sowie die übergeordneten Steuerhormone, die bei Mann und Frau wirken und teils für die hormonelle Verhütung sowie in der Sterilitätsdiagnostik (bei der Frau, beim Mann) eine Rolle spielen.


Von: Dr. med. Andrea Stadler, Dr. med. Arne Schäffler | zuletzt geändert am 14.03.2016 um 13:03


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