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Stimmlippenlähmung

Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Stimmlippenlähmung (Kehlkopflähmung, Recurrenslähmung): Ein- oder beidseitige Bewegungseinschränkung der Stimmlippen.

Wenn der Nerv, der den Kehlkopfbereich versorgt, durch Entzündungen, Operationen (z. B. an der Schilddrüse) oder Verletzungen in seiner Funktion beeinträchtigt ist, sind die Stimmlippen in ihrer Bewegung eingeschränkt und die Stimme wird heiser. Bei beidseitiger Lähmung verharren die Stimmlippen weitgehend geschlossen. Dadurch kommt es zu ausgeprägter Atemnot, die Stimme bleibt aber zumeist kräftig.

Die Erkrankung

Die häufigste Ursache für eine Stimmlippenlähmung ist eine Schädigung des Recurrensnervs (Nervus laryngeus recurrens), der von der Speiseröhre aus zum Kehlkopf verläuft. Er ist ein Ast des 10. Hirnnervs (Nervus vagus). Die Schädigung kann im Verlauf des Nervs entlang der Speiseröhre bis zum Kehlkopf oder zentral im Gehirn liegen. Bei einer vom Gehirn ausgehenden Lähmung (z. B. durch einen Schlaganfall) sind meist auch andere Nerven und Körperfunktionen beeinträchtigt. Selten gibt es vererbte Formen der Stimmlippenlähmung.

Das macht der Arzt

Da viele verschiedene Ursachen für die Stimmlippenlähmung infrage kommen, sind unter Umständen umfangreiche Untersuchungen nötig. Normalerweise prüft der Arzt die Atem- und Stimmfunktion und führt eine Kehlkopfspiegelung durch. Ergänzend können bildgebende Untersuchungsverfahren hinzukommen, um Verletzungen der Weichteile oder Tumoren zu erkennen bzw. auszuschließen.

Eine einseitige Stimmlippenlähmung wird meist logopädisch behandelt. Wenn diese Behandlung keinen Erfolg bringt, wird die betroffene Stimmlippe operativ weiter in die Mitte der Stimmritze verlagert (Thyreoplastik). Bei einer beidseitigen Stimmlippenlähmung bekommen die Betroffenen häufig einen Luftröhrenschnitt (Tracheotomie), damit sie wieder ausreichend atmen können. Bessert sich die Lähmung innerhalb eines Jahres nicht deutlich, muss die Stimmritze operativ verbreitert werden – dadurch lässt jedoch die Kraft der Stimme nach.


Von: Prof. Dr. med. Gerhard Grevers; Dr. Ute Koch; Thilo Machotta; Dr. med. Arne Schä | zuletzt geändert am 29.04.2016 um 11:45


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