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Warum stehen wir unter Dauerstress?

Die Ursache von Dauerstress gibt es nicht. Was für den einen eine positive Belastung ist, kann für den anderen eine Überforderung sein. Die Stressforschung geht deshalb von einem relativen Belastungsmodell aus: Jeder Mensch besitzt eine Art „Stress-Thermostat“, der ihm vorgibt, welche Belastung er als optimal empfindet und wo seine Belastungsgrenzen liegen. Was wir innerlich als Belastung oder Bedrohung einstufen, hat also vor allem etwas mit der Bewertung der auf uns einwirkenden Belastung zu tun. Stress entsteht nicht nur „außen“, sondern auch „innen“: Wie die Welt ist, ist oft weniger entscheidend als unser Selbstbild.

Eine Situation wird am ehesten als bedrohlich erlebt, wenn wir das Gefühl haben, ihr nicht gewachsen zu sein. Bewerten wir unsere eigenen Kräfte als gering, so ist der Stressthermostat niedrig eingestellt und die Stressantwort springt schon bei geringen Belastungen an.

Bei der Einstellung des Thermostats spielen aber auch unsere Erwartungen und Bedürfnisse eine Rolle: Was brauchen wir, um uns gefordert, aber nicht überfordert zu fühlen? Auch hier sind Menschen sehr unterschiedlich – während die einen nach immer neuen Herausforderungen suchen, sehnen sich andere vor allem nach Sicherheit.

Bei der Bewertung von Belastungen spielen Persönlichkeitsfaktoren eine wichtige Rolle. Und die sind nur zum Teil beeinflussbar, da unsere Persönlichkeit nicht nur von unseren Lebenserfahrungen abhängt, sondern auch genetisch veranlagt ist. So wird angenommen, dass etwa 15 % der Erwachsenen von ihrer Persönlichkeit her gegenüber Stress kaum anfällig sind, weitere 15 % dagegen auf Stress überreagieren.

Sondertext: Burnout


Von: Dr. med. Herbert Renz-Polster | zuletzt geändert am 17.03.2016 um 17:28


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