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Wundrose

Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

Wundrose (Erysipel): Akute, durch Bakterien (meist Streptokokken, seltener Staphylokokken) verursachte, nicht eitrige Entzündung, die sich rasch entlang der Lymphspalten der Haut ausbreitet. Antibiotika sind zur Therapie notwendig.

Leitbeschwerden

 

  • Rasch auftretendes, hohes Fieber mit Schüttelfrost und allgemeinem Krankheitsgefühl
  • Großflächige, oft scharf begrenzte, flammenrote Färbung, Überwärmung, Schwellung und Schmerz des befallenen Hautgebiets; typisch sind zungenförmige Ausläufer Richtung Körperstamm bzw. Herz.

Wann zum Arzt

Sofort, wenn die genannten Beschwerden auftreten.

Die Erkrankung

Den Bakterien reichen winzigste Hautverletzungen als Eintrittspforte, z. B. ein kleiner Riss oder eine Verletzung der Oberhaut durch eine Fußpilzinfektion. Da eine allgemeine Abwehrschwäche die Entwicklung einer Wundrose begünstigt, tritt die Erkrankung gehäuft im höheren Lebensalter auf.

Ohne Behandlung kann sich die Entzündung über die Lymphspalten in tiefere Gewebe ausbreiten (Phlegmone), wo sie zum Absterben von Gewebe führt. Wenn die Erreger über die Blutbahn in den Körper geschwemmt werden, droht sogar eine Blutvergiftung (Sepsis). Besonders gefährlich ist eine Wundrose im Gesicht, da die Bakterien von dort aus leicht über die Gesichtsvenen an die Hirnbasis gelangen und zum Verschluss von Blutgefäßen (Hirnvenen- und Hirnsinusthrombose) führen können. Auch an den Beinen dehnt sich die Infektion manchmal auf Blutgefäße aus – mit der Folge einer akuten Beinvenenentzündung (Thrombophlebitis).

Zu Rückfällen kommt es nach unzureichender antibiotischer Behandlung oder wenn die Eintrittspforte für die Bakterien bestehen bleibt. Nach wiederholten Rückfällen entwickelt sich manchmal eine dauerhafte Schwellung (Lymphödem) des betroffenen Körperteils, verursacht durch eine Schädigung der Lymphgefäße.

Das macht der Arzt

Allein der Verdacht auf eine Wundrose rechtfertigt einen sofortigen Arztbesuch. Die Behandlung besteht in hoch dosierten Penicillingaben über 10 Tage und strenger Bettruhe, eventuell sogar im Krankenhaus. Wenn eine Gliedmaße betroffen ist, wird diese hochgelagert und ruhig gestellt. Um Rückfälle zu vermeiden, ist es erforderlich, die Eintrittspforte der Erreger zu finden und zu sanieren (z. B. eine Fußpilzinfektion).

Komplementärmedizin

Da die Wundrose antibiotisch behandelt werden muss, kommen komplementärmedizinische Maßnahmen wie z. B. kühlende Umschläge nur unterstützend infrage.

Hydrotherapie. Umschläge mit Ethanol kühlen ebenso wie Quark- oder Lehmwickel. Bei zusätzlichem Fieber sind Wadenwickel indiziert. Wenn die Entzündung sehr großflächig und heiß ist, empfinden manche Patienten kalte Güsse oder Tauchbäder (in die sie den erkrankten Körperteil eintauchen) als angenehm.

Pflanzenheilkunde. Feuchte Umschläge mit Arnika- oder Kamillentinktur lindern das Spannungsgefühl, ebenso Kompressen mit den Extrakten aus Eichenrinde und Lavendel.

Homöopathie. Bei starker Schwellung empfiehlt die Homöopathie Apis mellifica (Honigbiene), bei klopfender, schmerzhafter Schwellung Belladonna, bei eiternder oder blutiger Geschwulst Lachesis. Auch Sulfur ist bei Wundrose indiziert.


Von: Dr. Ute Koch, Dr. med. Arne Schäffler | zuletzt geändert am 30.06.2016 um 16:27


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