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Medizin von A bis Z: B

Babcock-Operation

Derzeitige Standardmethode zur Entfernung von Krampfadern (Venenstripping). Der Arzt durchtrennt und verschließt zunächst in der Leiste alle Verbindungen zwischen der oberflächlichen Stammvene und der tiefen Beinvene. Dann führt er am Innenknöchel eine spezielle Sonde (Babcock-Sonde) ein und schiebt diese in der zur Krampfader verdickten Stammvene bis in die Leistengegend vor. Die Sonde verfügt über einen halbkugeligen Kopf (Stripper), der sich über das Venenende stülpt. Anschließend entfernt der Arzt die Sonde, die die Vene und kleinere Seitenäste herauszieht. Große Seitenäste entfernt der Chirurg durch zusätzliche Schnitte. Als Komplikation können Wundheilungs- und Empfindungsstörungen auftreten.



Bacitracin

Antibiotikum, das der Arzt bei großflächigen oder verschmutzten Wunden (z.B. Biss- oder Brandwunden) sowie bei oberflächlichen Hautinfektionen einsetzt. Es wird nur äußerlich angewandt, da eine Einnahme die Nieren schädigt. Deshalb bezeichnet man es auch als Antibiotikum zur äußeren Anwendung.



Bäckerallergie

Im Bäckerhandwerk verbreitete Überreaktion des Immunsystems auf Mehl, Backhilfsmittel oder Schimmelpilze. Die Bäckerallergie ist als Berufskrankheit anerkannt. Betroffene leiden unter Schnupfen, Atemproblemen (Bäckerasthma) oder Hautauschlägen (Bäckerekzem). Näheres bei berufsbedingten Hauterkrankungen.



Bäckerkaries

Unter Bäckern und Konditoren verbreitete Form der Zahnfäule (Karies), die schnell fortschreitet und viele Zähne gleichzeitig angreift. Als Auslöser dieser Berufskrankheit gilt der ständige Kontakt mit Mehl- und Zuckerstaub.



Badedermatitis

  • Durch schwefel- und salzhaltige Heilbäder hervorgerufene Hautentzündung.
  • Parasitäre Hauterkrankung (Zerkariendermatitis).


Bakterien

Winzige, einzellige Organismen ohne echten Zellkern, die sich durch Zellteilung vermehren. Bakterien kommen fast überall in der Natur und auch im menschlichen Organismus vor. Sie besiedeln Mundhöhle, Haut und Darm, wo sie die natürliche Bakterienflora bilden. Im Gegensatz zu Viren können Bakterien ohne Wirtsorganismus existieren, gehen aber auch symbiotische Beziehungen mit anderen Organismen ein (z.B. Darmbakterien wie Escherichia coli). Nur eine geringe Zahl von ihnen ruft Krankheiten hervor: die pathogenen Bakterien. Diese lösen Krankheiten durch giftige Stoffe (Bakterientoxine) aus, die sie während ihres Lebens oder bei ihrer Auflösung freisetzen.

Mediziner unterteilen die Bakterien vor allem danach, welche Rolle der Sauerstoff für sie spielt:

  • Aerobe Bakterien brauchen Sauerstoff zum Leben.
  • Fakultativ anaerobe Bakterien können mit und ohne Sauerstoff leben.
  • Obligat anaerobe Bakterien sterben bei Sauerstoffkontakt ab. Anaerobe Bakterien kommen z.B. bei Parodontitis in den tiefen Zahnfleischtaschen vor.

Bei Verdacht auf die Beteiligung von Bakterien identifiziert der Arzt den Erreger, indem er einen Abstrich macht oder Blutkulturen abnimmt und eine Bakterienkultur anlegt. Außerdem kann er die Bakterien anfärben, sodass sich unter dem Mikroskop grampositive von gramnegativen Bakterien unterscheiden lassen (Gramfärbung).

Eine Bakterieninfektion wird mit Antibiotika bekämpft. Viele ehemals gefürchtete Krankheiten haben durch die Antibiotika ihren Schrecken verloren, dennoch sind Bakterieninfektionen wie Tuberkulose und Diphtherie auch heute noch häufige Todesursache in Entwicklungsländern. Krankenhäuser und Ärzte beugen Bakterieninfektionen vor, indem sie medizinische Geräte sterilisieren und Räume sowie die Hände desinfizieren.



Bakterienausscheider

Mensch, der krankmachende Bakterien dauerhaft oder vorübergehend ausscheidet, ohne selbst zu erkranken.

  • Rekonvaleszenzausscheider haben die Erkrankung bereits überstanden.
  • Dauerausscheider scheiden Bakterien mehr als 10 Wochen nach der Erkrankung noch aus. Dauerausscheider bestimmter Bakterienarten (z.B. Shigellen oder bei Salmonelleninfektion) sind ein Infektionsrisiko für ihre Mitmenschen und müssen daher beim Gesundheitsamt gemeldet und regelmäßig kontrolliert werden.


Bakterienflora

Gesamtheit der Bakterien, die ein bestimmtes Körpergebiet dauerhaft oder vorübergehend besiedeln. Auch bei gesunden Menschen besiedeln zahlreiche Bakterien Haut und Schleimhäute. Die Bakterien der Darmflora unterstützen die Verdauung und schützen vor Krankheitserregern. Zur Darmflora gehören z.B. Kolibakterien wie Escherichia coli und die Laktobazillen der Scheide. Einige Bakterien aus der Mundflora sind an der Verdauung beteiligt, andere dagegen verursachen eine Parodontitis oder Karies (z.B. Streptococcus mutans). Das Scheidenmilieu erzeugt bis zur Pubertät ein leicht alkalisches Milieu. Im Lauf der Pubertät gewinnen jedoch Milchsäurebakterien (die Döderlein-Bakterien) an Bedeutung, die ein saures Milieu schaffen, das vor Infektionen schützt.



Bakterienkultur

Gezielte Vermehrung von Bakterien zur genauen Bestimmung des Krankheitserregers. Hierzu entnimmt der Arzt eine Probe, z.B. aus Speichel oder Urin, und gibt sie auf einen Nährboden oder ein anderes Nährmedium. Anschließend züchtet er bzw. das Labor in einem Brutschrank bei Körpertemperatur größere Bakterienkolonien heran. Anhand von Form, Farbe, Größe, Geruch und anderen Eigenschaften der Bakterienkolonien wird dann der Bakterientyp bestimmt. Weitere Informationen liefern die Beschaffenheit des Nährbodens, das Bild unter dem Mikroskop und die Anfärbbarkeit der Bakterien (Gramfärbung).



Bakteriensporen

Zellformen (Dauerform), in der Bakterien viele Jahre unter ungünstigen Umweltbedingungen überdauern und keimfähig bleiben. Sporen enthalten kaum Wasser und zeigen keine Stoffwechselaktivität. Dank ihrer relativ festen Hülle überstehen sie Hitze sowie das Einwirken von Chemikalien und Strahlung unbeschadet und somit auch viele gängige Sterilisationsverfahren. Sporenbildende Bakterien sind z.B. die Erreger des Milzbrands (Bacillus anthracis) und des Tetanus (Clostridium tetani). Siehe auch Pilzsporen.



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Diese Seite wurde zuletzt geändert am 15.03.2013 um 12:22

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