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Medizin von A bis Z: D

Darmbrand (Darmgangrän)

Absterben von Abschnitten der Darmwand (Nekrose) als Folge einer Durchblutungsstörung, meistens bei einem Darmarterienverschluss oder einem mechanischen Darmverschluss. Durch die Nekrose können Bakterien aus dem Darminneren in die Darmwand eindringen und eine Gangrän verursachen. Außerdem können die Bakterien in die Bauchhöhle einwandern, wo sie eine Bauchfellentzündung verursachen. Der Arzt entfernt die betroffenen Darmteile und verschreibt Antibiotika.



Darmeinklemmung (Darminkarzeration)

Abschnüren eines Darmabschnitts, sodass die Durchblutung und die Darmpassage unterbrochen werden. Eine Darmeinklemmung tritt am häufigsten beim Eingeweidebruch auf.



Darmeinlauf

Einleiten von Flüssigkeit über den After in den Darm. Medizinisch sinnvoll ist ein Darmeinlauf bei Verstopfung sowie zur Darmreinigung vor Darmuntersuchungen (z.B. Darmspiegelung, Röntgen) und -operationen. Die Flüssigkeit dehnt die Darmwand und regt die Muskeltätigkeit (Darmperistaltik) an. Das Pflegepersonal benutzt einen Wasserbehälter (Irrigator) mit einem Gummischlauch. Am Ende des Schlauchs befindet sich ein Darmrohr, über das die körperwarme Flüssigkeit eingespült wird. Bei einem Reinigungseinlauf säubern 1–2 l Flüssigkeit den gesamten Dickdarm. Bei einem Schwenkeinlauf (Hebe-Senk-Einlauf) läuft die Spülflüssigkeit durch Heben und Senken des Wasserbehälters in den Mastdarm und wieder zurück in den Behälter. Mehrfach wiederholt löst der Schwenkeinlauf hartnäckige Verstopfungen und reinigt absteigendes Kolon, Sigma-Kolon und Mastdarm.



Darmentkeimung (Darmdekontamination)

Beseitigung der natürlichen, im Darm siedelnden Bakterien und Pilze durch Antibiotika und Antimykotika. Der Arzt entkeimt den Darm nur bei immungeschwächten Patienten, da bei diesen körpereigene Darmkeime schwere Infektionen auslösen können.



Darmgärung

Zersetzung unverdauter, kohlenhydrathaltiger Nahrung durch im Dickdarm lebende Bakterien, bei der sich übel riechende, zum Teil giftige Spaltprodukte bilden. Die Darmgärung wird durch eine gestörte Darmflora ausgelöst und stört die Darmtätigkeit akut (Gärungsdyspepsie).



Darmgrippe

  • Akute Infektion des Darms mit dem Influenzavirus.
  • Umgangssprachliche Bezeichnung für verschiedene Virusinfektionen des Darms mit Durchfall, Erbrechen, Fieber, Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen.


Darmparasiten

Im Darm lebende Schmarotzer. Zu den Darmparasiten gehören Würmer und einzellige Urtierchen (Protozoen), die schweren Durchfall auslösen können.



Darmperistaltik

Rhythmische Bewegungen des Darms, bei denen sich die Darmmuskulatur abwechselnd zusammenzieht und wieder erschlafft. So durchmischen die Darmmuskeln den Speisebrei und schieben ihn zum After.



Darmreinigung

Maßnahmen zur Entleerung des Darms vor chirurgischen Eingriffen und Dickdarmspiegelungen. Vor kleineren Operationen außerhalb des Magen-Darm-Traktes genügt die Einnahme von Abführmitteln oder ein Darmeinlauf. Vor größeren Operationen an Organen in Darmnähe muss hingegen der gesamte Darm geleert werden, um das Darmvolumen zu reduzieren. Bei Eingriffen am Darm ist zudem eine Darmentkeimung erforderlich, da Stuhlreste das Entzündungsrisiko erhöhen.

  • Orthograde Darmspülung: Darmspülung in natürlicher Transportrichtung. Der Patient trinkt 4–6 Liter einer speziellen Elektrolytlösung oder erhält diese über eine Magen- oder Dünndarmsonde.
  • Retrograde Darmspülung: Darmspülung vom Darmende her (Darmeinlauf).
  • Dickdarmirrigation: bei Patienten mit künstlichem Darmausgang. Sie befreit den Patienten von Darmgasen und Fäkalien und ermöglicht ihm so eine stuhlgangfreie Zeit von bis zu einem Tag. Hierzu leitet die Krankenschwester 1,5 l körperwarmes Wasser in den Dickdarm ein. Der Darm entleert sich dabei vollständig in einen Beutel. Nach einer halben bis einer Stunde nimmt die Krankenschwester den Beutel ab und verschließt den künstlichen Darmausgang mit einer Stomakappe.


Darmresektion

Chirurgische Entfernung verletzter oder erkrankter Darmabschnitte bei Darmkrebs, Darmfisteln und Darmgangrän. Der Arzt verbindet die nach der Operation entstandenen Darmenden miteinander (Ileokolostomie) oder legt einen künstlichen Darmausgang.



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Diese Seite wurde zuletzt geändert am 15.03.2013 um 12:22

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