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Medizin von A bis Z: G

Gallengangsverschluss

Vollständige Verlegung der Gallenwege von innen oder außen durch Gallensteine, Tumoren oder chronische Entzündungen. Durch die Stauung der Gallenflüssigkeit tritt Gallenfarbstoff (Bilirubin) in das Blut über. Der Betroffene leidet an Gelbsucht, starkem Juckreiz, dunklem Urin und hellem Stuhl. In einer Operation entfernt der Arzt das Hindernis.



Gallenmittel (Cholagoga)

Galletreibende Medikamente, die auf Gallenblase, Gallenwege und die Produktion der Gallenflüssigkeit wirken. Pflanzliche Wirkstoffe wie Artischockenblätter, Javanischer Gelbwurz und Löwenzahnkraut mit Wurzel fördern die Verdauung, indem sie Gallenblase und Gallengang zur Entleerung anregen oder die Gallesekretion in der Leber steigern. Bei Cholesterinsteinen verordnet der Arzt oft die Gallensäuren Chenodesoxycholsäure und Ursodesoxycholsäure in Form von Kapseln.



Gallensäurenverlustsyndrom

Beschwerdekomplex, der nach Darm- und Gallenblasenoperationen durch einen Mangel an Gallensäuren entsteht. Der Betroffene leidet unter Durchfällen, Fettstühlen, Dickdarmkrämpfen und Gallen- oder Nierensteinen.



Gallenstauung (Cholestase)

Geringer oder fehlender Abfluss der Gallenflüssigkeit in den Darm. Auslöser einer Gallenstauung sind entweder Entzündungen durch Organschädigungen im Körper oder ein behinderter Abfluss durch Steine oder Tumoren. Der Patient leidet infolge der Stauung am Cholestasesyndrom, d.h. an Gelbsucht, dunklem Urin und hellem Stuhl.



Gallensteinauflösung (Cholelitholyse)

Auflösen von Gallensteinen durch:

  • Orale Gallensäuretherapie: Der Patient nimmt Gallensäuremedikamente ein, die 60-70% der Steine auflösen. Diese Methode ist nur bei kleinen Steinen erfolgreich.
  • Lokale Litholyse: Auflösen von Gallensteinen durch direktes Einbringen von chemischen Substanzen in die Gallenblase. Der Arzt schiebt einen Schlauch durch die Bauchdecke in die Gallenblase und spült sie mit einer chemischen Substanz. Anschließend verschreibt er dem Patienten ein Gallensäuremedikament, das Steinüberreste über den Darm entfernt. Die lokale Litholyse ist zu 90% erfolgreich, die Methode wird jedoch nur selten angewandt, weil die Gallensteine sich schon nach kurzer Zeit erneut bilden.


Gallensteinileus

Akute, lebensbedrohliche Darmlähmung (Ileus) durch Gallensteine, die den Darm blockieren. Bei einem Gallensteinileus gelangt ein Gallenstein durch den Ausführungsgang der Gallenblase in den Zwölffingerdarm. Dort verlegt er das Lumen. Der Bauch des Betroffenen bläht sich auf und er leidet an heftigen Bauchschmerzen, Koliken, Übelkeit und Erbrechen. Im schlimmsten Fall droht ihm ein Kreislaufschock. Der Arzt diagnostiziert einen Gallensteinileus durch Röntgen und Ultraschall. Er entfernt den Gallenstein in einer sofortigen Darmoperation.



Gallensteinkrankheit (Cholelithiasis)

Erkrankung durch Gallensteine in der Gallenblase (Cholezystolithiasis) und/oder in den Gallengängen (Choledocholithiasis). Der Patient leidet unter wiederkehrenden Oberbauchschmerzen mit Übelkeit, Aufstoßen und Blähungen. Wandern die Steine in die Gallenwege und behindern den Gallenfluss, entsteht eine Gallenkolik. Der Arzt diagnostiziert die Gallensteinkrankheit, indem er Blut und Urin untersucht sowie per Ultraschall und Endoskop. Der Arzt versucht, die Gallenblase möglichst zu erhalten. Solange der Betroffene keine Beschwerden hat, entfernt er sie daher nur in Ausnahmefällen, z.B. wenn sich Kalk in die Gallenblasenwand eingelagert hat (Porzellangallenblase). Leidet der Patient unter starken Schmerzen, ist eine Operation nötig, um Komplikationen wie das Aufreißen der Gallenblasenwand zu verhindern. Steine in den Gallengängen versucht der Arzt zunächst mit dem Endoskop zu entfernen, eine weitere Möglichkeit ist eine Stoßwellenlithotripsie. Bleiben diese Maßnahmen erfolglos, wird die Gallenblase entfernt.



Gallenwege

Oberbegriff für die Gallengänge und die Gallenblase. Ein einschichtiges Epithel (Zylinderepithel) kleidet die Gallenwege aus. Die Medizin unterteilt in intrahepatische und extrahepatische Gallenwege.

  • Intrahepatische Gallenwege: Gallenwege in der Leber. Sie beginnen als feine Kanälchen zwischen den Leberzellen und vereinen sich zu kleineren Gängen, die in den rechten und linken Lebergang (Ductus hepaticus) münden.
  • Extrahepatische Gallenwege: Gallenwege außerhalb der Leber. Sie beginnen mit der Vereinigung des linken und rechten Lebergangs zum gemeinsamen Lebergang (Ductus hepaticus communis). Dieser gabelt sich in den Gallenblasengang (Ductus cysticus), der zur Gallenblase zieht, und den Gallengang (Ductus choledochus), der sich mit dem Bauchspeicheldrüsengang vereint und an der Pankreaspapille in den Zwölffingerdarm mündet.


Gallertkarzinom (Kolloidkarzinom)

Schleim produzierende, bösartige Geschwulst, die von Schleimdrüsenzellen ausgeht. Das Gallertkarzinom gehört zur Gruppe der Adenokarzinome und befällt am häufigsten Magen und Darm.



Galopprhythmus

Dreierrhythmus des Herzens. Der Arzt hört bei dieser Herzrhythmusstörung neben den beiden normalen Herztönen einen Extraton (Extrasystole).



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Diese Seite wurde zuletzt geändert am 15.03.2013 um 12:22

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