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Medizin von A bis Z: G

Großhirnrinde (Cortex cerebri, Kortex, Hirnrinde, Hirnmantel)

Aus Nervenzellkernen (graue Substanz) bestehende, äußerste Schicht des Großhirns. Die Großhirnrinde besteht aus sechs verschiedenen Zellschichten und ist zwei bis fünf Millimeter dünn. Die großen, eckigen Pyramidenzellen senden Signale an die Skelettmuskeln. Die sternförmigen Körnerzellen empfangen Signale von den Sinneszellen. Die Interneurone vermitteln zwischen den einzelnen Zellen der Großhirnrinde. Die Neuroglia versorgt, schützt und repariert die Nervenzellen, übermittelt oder empfängt jedoch selbst keine Signale.

Damit die weitläufige Großhirnrinde in die Schädelkapsel hineinpasst, ist sie gefaltet. Daraus ergibt sich die typische sechslappige Struktur der Großhirnrinde. Spalten (Fissura) und Furchen (Sulci) unterteilen die einzelnen Lappen in Windungen (Gyri).

Die Einteilung der Großhirnrinde ist für beide Gehirnhälften (Hemisphären) gleich:

  • Der hinter der Stirn gelegene Stirnlappen (Frontallapen) beherbergt das Broca-Sprachzentrum und das primär motorische Rindenfeld. Außerdem ist er für das Kurzeitgedächtnis, die Motivation und die Handlungsplanung verantwortlich.
  • Der entlang des Scheitels verlaufende Scheitellappen (Parietallappen) bearbeitet mit seinem primär sensorischen Rindenfeldern Signale von Haut (Oberflächensensibilität), Muskulatur und Sehnen (Tiefensensibilität). Weiterhin enthält es das Lesezentrum und das Wernicke-Sprachzentrum für das Sprachverständnis.
  • Der hinter der Schläfe gelegene Schläfenlappen (Temporallappen)verarbeitet mit seinem primären Hörzentrum und anderen sensorischen Rindenfelder vor allem akustische Reize.
  • Der am Hinterkopf befindliche Hinterhauptslappen (Okzipitallapen) widmet sich den vom Auge eintreffenden Signalen. Dazu verfügt er unter anderem über das Sehzentrum.

Unter Stirn-, Schläfen- und Seitenlappen verbergen sich links und rechts die beiden Insellappen. Entwicklungsgeschichtlich ältere Teile der Großhirnrinde sind zum limbischen System zusammengefasst. In jedem Großhirnlappen schließen sich Nervenzellen zu Rindenfeldern zusammen und übernehmen spezielle Aufgaben. Motorische Rindenfelder steuern die Skelettmuskeln, sensorische Rindenfelder verarbeiten Sinneseindrücke und Assoziationsfelder vermitteln zwischen den einzelnen Rindenfeldern.



Grundimmunisierung (Basisimpfung)

Erstmalige Verabreichung eines bestimmten Impfstoffs. Bereits bei der Grundimmunisierung bildet der Körper Gedächtniszellen. Bei einer späteren Infektion beschleunigen die Gedächtniszellen die Immunreaktion. Die Krankheitserreger werden abgetötet, noch bevor sie sich im Körper ausbreiten Allerdings ist die Zahl der Gedächtniszellen nach einer einzelnen Impfung noch zu gering. Daher folgen auf die Grundimmunisierung noch ein bis zwei weitere Impfungen mit dem gleichen Impfstoff.



Grundregulation

Angebliche Beeinflussung der Organe durch die Zwischenzellsubstanz. Über das Modell der Grundregulation erklärt sich die Naturheilkunde die Entstehung von Krankheiten und die Wirkung naturheilkundlicher Behandlungsverfahren. Zur Zwischenzellsubstanz schließen sich Bindegewebszellen, Blutgefäße, Lymphgefäße, Nervenzellen, Kollagen, Elastin und Proteoglykane zusammen. Sie führen den Organen Nährstoffe zu, befreien sie von Stoffwechselprodukten und schaffen ihnen so optimale Arbeitsbedingungen. Lagern sich Schwermetalle und Medikamente in der Zwischenzellsubstanz ab, beeinträchtigen sie die Grundversorgung und lösen Krankheiten aus. Das Gleiche geschieht, wenn sich Entzündungsprozesse und Immunreaktionen im Zwischengewebe festsetzen. Die einzelnen Bestandteile des Zwischenzellsubstanzgewebes kommunizieren über die Zwischenzellflüssigkeit und die Nervenzellen. Dadurch soll sich die Wirkung naturheilkundlicher Verfahren über den ganzen Körper hinweg ausbreiten können.



Grünschwäche (Deuteranomalie)

Unfähigkeit, bei schlechten Lichtverhältnissen die Farbe grün zu erkennen. Die Grünschwäche ist eine leichte Form der Farbuntüchtigkeit.



Guedel-Tubus

Beatmungsröhrchen (Tubus) mit ovalem Querschnitt und gekrümmtem Ende. Der Arzt schiebt den Guedel-Tubus durch Mund und Rachen des Patienten. Der Guedel-Tubus verhindert, dass bei Bewusstlosen die Zunge nach hinten fällt und die Luftröhre verschließt. Zusätzlich dient er als Beißschutz, wenn der Arzt einen Beatmungsschlauch in die Luftröhre einführt. Eventuell schließt der Arzt den Guedel-Tubus an eine Beatmungsmaske an und leitet so Narkosegase in die Atemwege ein.



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Diese Seite wurde zuletzt geändert am 15.03.2013 um 12:22

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