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Medizin von A bis Z: H

Haarzellen

Sinneszellen mit feinen Härchen am freien Ende. Die Haarzellen befinden sich im Corti-Organ in der Schnecke des Innenohrs. Akustische Schwingungen gelangen an die Haarzellen und werden als Nervensignale an das Gehirn weitergeleitet.



Hackenfuß (Pes calcaneus)

Erworbene oder angeborene Fußfehlstellung. Der Fußrücken ist in Richtung Schienbein herangezogen, sodass die Ferse den tiefsten Punkt des Fußes bildet. Ein Hackenfuß entsteht als Folge von Kinderlähmung oder Unfällen, aber auch wenn die Wadenmuskulatur fehlt oder unterentwickelt ist. Die Fehlstellung kann operativ oder mit Hilfe von Apparaten korrigiert werden.



Haemarthros (Hämarthros)

Blutiger Gelenkerguss. Zu Blutungen im Gelenk kommt es meist durch Verletzungen, z.B. durch Bänderrisse, Prellungen, Verrenkungen oder Knochenbrüche. Haemarthrosen treten auch nach Operationen. Daneben können Blutungen spontan bei einer Störung der Blutgerinnung auftreten. Dies ist der Fall bei der Bluterkrankheit (Hämophilie) oder bei Einnahme gerinnungshemmender Medikamente. Ein Haemarthros muss sofort ärztlich behandelt werden, damit das Gelenk nicht irreparabel geschädigt wird.



Hämatoperikard

Ansammlung von Blut im Herzbeutel, bei einem Hämatopneumoperikard zusätzlich Luft. Die Auswirkungen entsprechen denen bei einem Perikarderguss.



Hämatopleura (Hämatothorax, Hämothorax)

Einblutung in den Pleuraspalt. Der Pleuraspalt befindet sich zwischen Lungenfell und Rippenfell. Das Lungenfell überzieht die Lunge und das Rippenfell die Innenseiten des Brustkorbs, das Zwerchfell und den mittleren Brustraum. Meist entstehen Blutungen durch Unfälle und dann häufig in Verbindung mit einem Pneumothorax, bei dem Luft in den Pleuraspalt gelangt. Bei einer Hämatopleura hat der Patient starke Schmerzen und leidet unter Atemnot. Der Chirurg leitet das Blut ab und bei massiven Blutungen verschließt er das verletzte Gefäß.



Haemophilus

Gattung von Stäbchenbakterien, die auf der menschlichen Schleimhaut leben. Medizinisch bedeutsam ist v.a. Haemophilus influenzae B (HiB). Er wurde Anfang des letzten Jahrhunderts zunächst fälschlicherweise als Grippeerreger bezeichnet. Erst nach der Entdeckung der Influenzaviren wurde er als eigenständiges Bakterium erkannt. HiB verursacht eine lebensbedrohliche eitrige Kehldeckelentzündung sowie eine oft lebensbedrohliche Hirnhautentzündung (Meningitis). Deswegen werden kleine Kinder inzwischen gegen Haemophilus influenzae geimpft. Haemophilus ducreyi verursacht die Geschlechtskrankheit Weicher Schanker. Haemophilus aegypticus löst eine in den Tropen häufige Bindehautentzündung aus. Andere Arten sind beim Menschen Teil der normalen Mundflora und lösen nur bei geschwächten Personen Krankheiten aus.



Hakenwurmkrankheit (Ankylostomiasis, Grubenkrankheit)

Erkrankung in feuchtwarmen Klimazonen und bei Gruben- und Ziegeleiarbeitern. Drei Wurmarten sind medizinisch wichtig: Ancylostoma duodenale sowie im indopazifischen Raum Ancylostoma brasiliense und Necator americanus. Die infektiösen Larven bohren sich meist unbemerkt durch die Haut (z.B. beim Barfußgehen) und gelangen so in den Blutkreislauf ein. Über die Blutbahn gelangen sie zum Herzen und von dort in die Lungen. Dortverlassen sie die Blutbahn und begeben sich in die Atemwege. Aus den Bronchien werden sie durch das Flimmerepithel in den Rachen befördert, von wo aus sie durch verschlucken in den Magen-Darm-Trakt gelangen, wo sie im Dünndarm festhaken und vom Blut des Wirts ernähren. Hier entwickeln sie sich bis zur Geschlechtsreife. Solange der Hakenwurmbefall gering ist, bleibt er ohne Symptome. Der Parasitenbefall gilt bei 5.000 bis 6.000 Würmern als massiv und verursacht dann zahlreiche Beschwerden. An der Eintrittsstelle der Larven in die Haut sind Juckreiz und Bildung von Papeln zu beobachten. Während der Lungen- und Magenpassage können Husten, Hals- und Magenbeschwerden auftreten. Der Körper verliert über den verletzten Darm kontinuierlich Blut und Eiweiß, was zu Blutarmut und Gewichtsverlust führt. Der Patient ist müde und abgeschlagen. Ist der Betroffene über Jahre befallen, kann die Krankheit tödlich enden. Sobald die Hakenwurmeier im frischen Stuhl nachgewiesen sind, kann der Arzt mit Parasitenmitteln behandeln.



Halbkrone

Art des Zahnersatzes. Halbkronen gehören zu den Teilkronen und umschließen den Zahn im Gegensatz zu Kronen nicht vollständig sondern bedecken nur die Kaufläche und lassen den Rest des Zahnes zur Hälfte frei. Voraussetzung ist dabei ausreichend intakter Zahnschmelz.



Halbseitenblindheit (Hemianopsie)

Halbseitiger Ausfall des Gesichtsfeldes eines oder beider Augen durch Schädigung der Sehbahn. Verschiedene Formen der Halbseitenblindheit weisen auf unterschiedliche Orte der Schädigung hin. Bei der häufigen homonymen Halbseitenblindheit ist an beiden Augen das Gesichtsfeld eingeschränkt, und zwar an einem Auge der zur Nase hin gelegene (nasale) und am anderen Auge der zur Schläfe hin gelegene (temporale) Bereich. Bei dieser Form ist die Sehbahn hinter der Sehnervenkreuzung (Chiasma opticum) betroffen. Liegt die Störung im Bereich des Chiasmas selbst, z.B. bei Tumoren der Hypophyse, tritt eine bitemporale heteronyme Halbseitenblindheit auf, die an beiden Augen die zur Schläfe hin liegenden Anteile des Gesichtsfeldes betrifft. Auch bei der binasalen heteronymen Halbseitenblindheit liegt eine Schädigung im Bereich des Chiasmas vor. Sie betrifft an beiden Augen die zur Nase hin gelegenen Anteile des Gesichtsfeldes.



Halbwertszeit

Zeitspanne, nach der ein Kennwert (Radioaktivität, Konzentration einer Substanz) auf die Hälfte seines Ausgangswerts abgesunken ist. Die biologische Halbwertzeit bezieht sich auf Medikamente und bezeichnet die Zeit, in der die Hälfte des Wirkstoffs vom Körper ausgeschieden oder abgebaut wurde. Sie ist abhängig von Alter, Körpergewicht, Leberfunktion und Nierenfunktion, so dass diese Parameter bei der Dosierung des Medikaments berücksichtigt werden müssen.



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Diese Seite wurde zuletzt geändert am 15.03.2013 um 12:22

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