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Medizin von A bis Z: M

Magenlähmung (Magenatonie, Gastroparese)

Fehlende oder verringerte Beweglichkeit der Magenmuskulatur. Es kommt zum einen zu einer Magenlähmung, wenn der Nervus vagus, der den Großteil der inneren Organe steuert, bei einer Magenoperation verletzt wird. Zum anderen kann der Nerv auch allmählich beschädigt werden, wenn ein Diabetiker eine Polyneuropathie (Nervenschädigung) entwickelt oder wenn der Übergang zwischen Magen und Darm verengt ist. Die Magenlähmung ist häufig Begleiterscheinung einer Darmlähmung. Ist der Magen gelähmt, kann er den Speisebrei nicht mehr durchmischen, zerkleinern und in den Darm weiterdrücken. Die Betroffenen leiden unter Völlegefühl, Übelkeit und Erbrechen. Häufig staut sich der Speisebrei in der Speiseröhre und ruft refluxbedingte Speiseröhrenentzündungen hervor.



Magenmittel (Stomachika)

Medikamente zur Behandlung von Magenbeschwerden. Es gibt zahlreiche Magenmittel, die unterschiedlich eingesetzt werden. Antiemetika unterdrücken den Brechreiz und Ulkusmittel heilen Magengeschwüre. Zudem fördern Magenmittel die Verdauung, beschleunigen die Magenentleerung und steigern den Appetit:

  • Verdauungssteigernde Medikamente (Prokinetika) regen die Muskulatur des Verdauungsapparats an und transportieren den Speisebrei schneller durch Magen und Dünndarm. Verdauungssteigernde Wirkstoffe sind Metoclopramid (Paspertin®, MCP-ratiopharm®, Gastrosil®) und Domperidon (Motilium®, Domidon®).
  • Appetitsteigernde Medikamente enthalten pflanzliche Bitterstoffe, wie sie in Tausendgülden-, Wermut- und Schafgarbenkraut sowie Enzianwurzeln, Pomeranzenschalen und Gewürzen wie Zimt und Kardamom enthalten sind. In den USA und in Kanada ist auch der Cannabisabkömmling Dronabinol zugelassen, der den Appetit von stark ausgezehrten AIDS- und Krebspatienten steigern soll. Neben Medikamenten regt der Anblick und Geruch von Speisen den Appetit an und der Körper setzt Verdauungssäfte frei.


Magenmotorik (Magenperistaltik, Magenmotilität)

Rhythmische Muskelkontraktionen, die sich wellenförmig über die Magenwand ausbreiten. Sie durchmischen den Speisebrei mit Magensaft, zerkleinern ihn und drücken ihn in Richtung Dünndarm. Die Magenmotorik geht von drei übereinander liegenden Muskelschichten unterhalb der Magenschleimhaut aus. Eine dieser Muskelschichten verläuft längs, die zweite schräg und die dritte ringförmig. Ihre unterschiedliche Ausrichtung garantiert eine optimale Beweglichkeit.



Magenpförtnerverengung (Magenausgangsstenose, Pylorusverengung)

Verengung des Magenausgangs. Eine Magenpförtnerverengung ist angeboren (Pylorusstenose) oder erworben. Die erworbene Form entsteht durch Narbenbildung nach Abheilen eines Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwürs oder durch einen Tumor in der Magenhöhle. Durch die Verengung kann der Nahrungsbrei nicht oder kaum passieren, er staut sich im Magen und drückt auf den Magenpförtner (Pylorus), der sich hierdurch zusammenzieht (Pyloruspasmus). Je stärker er verkrampft, umso mehr verdickt er sich (Pylorushypertrophie). Der verbliebene Speisebrei beginnt im Magen zu gären und zu faulen und dehnt die Magenwand. Die Betroffenen leiden unter Durst, Gewichtsverlust, Aufstoßen, Blähungen, Völlegefühl und Erbrechen. Die Magenmuskulatur arbeitet verstärkt, was sich bei Säuglingen sogar äußerlich in wellenförmigen Bewegungen an der Bauchdecke manifestiert. In der Regel entfernt der Arzt die verdickte Pylorusmuskulatur (Pylorusmyotomie).



Magenruptur

Riss in der Magenwand bei Unfällen oder unsachgemäßer Beatmung des Patienten. Die Betroffenen leiden unter starken Schmerzen im Oberbauch und erbrechen Blut. Um die Diagnose zu sichern, macht der Arzt eine Röntgenaufnahme. Anschließend näht er den Riss. Damit sich keine Bakterien im Bauchraum ansammeln, verschreibt er dem Patienten Antibiotika.



Magenschlauch (Magensonde)

Röhrenförmiges Instrument (Sonde), das der Arzt durch die Speiseröhre bis in den Magen des Patienten schiebt. Über eine Magensonde kann er zu Diagnosezwecken eine Probe des Mageninhalts nehmen oder den Patienten künstlich ernähren.



Magenspülung (Magenausheberung)

Ausspülung des Magens mit Hilfe eines Schlauches, durch den der Arzt eine körperwarme Flüssigkeit wie Wasser, physiologische Kochsalzlösung oder Kamillentee leitet. Die in den Magen geleitete Flüssigkeit wird über den Magenschlauch wieder entfernt. Diesen Vorgang wiederholt der Arzt so lange, bis die Spülflüssigkeit geruchlos und klar ist. Am häufigsten dient die Magenspülung der Behandlung von Vergiftungen, z.B. wenn der Patient ätzende oder giftige Stoffe verschluckt hat. Daneben kann eine Spülung zu diagnostischen Zwecken vorgenommen werden, beispielsweise bei Verdacht auf eine Magenblutung.



Magentee

Teemischung aus Arzneipflanzen, die sich positiv auf den Magen auswirken. So regen Enzianwurzel, Pomeranzenschale und Wermutkraut die Verdauung an und steigern den Appetit. Fenchel, Anis und Kümmel helfen gegen Blähungen. Kümmel und Kurkuma fördern die Produktion von Gallenflüssigkeit und Süßholzwurzel und Kamille lindern Magengeschwüre.



Magentumoren

Sammelbegriff für alle gut- und bösartigen Gewebewucherungen des Magens. Gutartige Tumoren des Magens bilden sich entweder im Nervengewebe (Neurom), in der Eingeweidemuskulatur (Leiomyom) oder in der Schleimhaut. Mit 90% ist das bösartige Magenkarzinom der häufigste Magentumor. Andere bösartige Magentumoren entstehen im Drüsengewebe (Adenom), der Skelettmuskulatur (Sarkom) oder im Lymphgewebe (Lymphom).



Magenvolvulus (Magentorsion, Volvulus ventriculi)

Krankhafte Drehung des Magens um seine eigene Achse. Häufig entsteht ein Magenvolvulus, wenn eine Lücke im Zwerchfell klafft, sodass der Magen in den Brustraum übertreten kann. Aber auch Tumoren und Verwachsungen führen zu einer Drehung des Magens. Je nach Art der Drehung äußert sich der Magenvolvulus in Form von Magenblutungen, Störungen der Verdauung oder Oberbauchbeschwerden. Zunächst versucht der Arzt, den Magen über eine Magenspiegelung in die ursprüngliche Lage zu bringen. Gelingt dies nicht, ist ein chirurgischer Eingriff erforderlich.



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Diese Seite wurde zuletzt geändert am 15.03.2013 um 12:22

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