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Medizin von A bis Z: R

Radikulotomie

Durchtrennung eines Rückenmarknervs (Spinalnervs) als letzte Möglichkeit zur Beseitigung hartnäckiger Schmerzen.



Radioaktivität

Verwandlung eines instabilen Atomkerns in einen anderen Atomkern, wobei energiereiche Teilchen (Alpha- und Betastrahlen) oder elektromagnetische Strahlung (Gamma-Strahlen) abgegeben wird. Diese Atomkerne werden als Radionuklide bezeichnet, radioaktive Atome des gleichen Elements nennt man Radioisotope. Die freiwerdenden Strahlen werden als radioaktive Strahlung bezeichnet, welche sich unterteilt in:

  • Alphastrahlen sind die schwächsten elektronegativen Strahlen. Schon ein einfaches Stück Papier genügt, um sie abzuschirmen, weshalb sie für Menschen praktisch ungefährlich sind.
  • Betastrahlen überwinden bereits eine Distanz von bis zu mehreren Metern und können einen Zentimeter tief ins menschliche Gewebe eindringen.
  • Gammastrahlen schließlich sind den Röntgenstrahlen vergleichbar. Sie können das menschliche Gewebe durchdringen, weshalb Röntgenstrahlen für Röntgenaufnahmen eingesetzt werden. In höheren Dosen sind sie lebensgefährlich. In der Medizin werden deshalb Bleiplatten bzw. Bleischürzen eingesetzt, um Räume oder Körperteile vor Gamma- und Röntgenstrahlen abzuschirmen.

Besonders gefährdet durch Strahlenschäden sind sich schnell teilende Gewebe, wie Eierstöcke und Hoden sowie das Knochenmark. Das gleiche gilt für das Ungeborene im Mutterleib, welches durch radioaktive Bestrahlung schwerste Fehlbildungen davonträgt oder abstirbt.

Radioaktivität kann auch therapeutisch genutzt werden. Beispiele hierfür sind die Strahlentherapie, die Radionuklidtherapie und die Szintigrafie.



Radiodermatitis (Strahlendermatitis)

Entzündliche Reaktion der Haut auf radioaktive Strahlung. Die Symptome der akuten Radiodermatitis zeigen sich mehrere Stunden bis Tage nach der Strahleneinwirkung und weisen je nach Strahlendosis unterschiedliche Schweregrade auf. Die Symptome reichen von Rötung und Schwellung über Blasenbildung, Verlust von Haaren, Drüsen und Nägeln bis hin zu tiefen Strahlengeschwüren. Eine chronische Radiodermatitis (Röntgenoderm, Radioderm) tritt nach wiederholter Bestrahlung (z.B. bei Tumoren im Gesicht) und Jahre nach der Strahleneinwirkung auf und zeigt einen Schwund (Atrophie) von Haut- und Unterhaut, manchmal auch der Muskulatur mit Farbveränderungen der Oberhaut durch unregelmäßige Pigmentablagerung und erweiterte Hautgefäße. Als Spätfolge kann in solchen Arealen sogar ein Plattenepithelkarzinom entstehen.



Radiojodtest

Vor einer Radiojodtherapie durchgeführte Bestimmung des Jodumsatzes in der Schilddrüse. Wegen starker Strahlenbelastung des Patienten wird dieser Test nur noch zur Berechnung der erforderlichen therapeutischen Dosis, z.B. für die Behandlung von Schilddrüsenkrebs, und nicht mehr zur allgemeinen Diagnostik von Schilddrüsenfunktionsstörungen angewandt. Der Patient nimmt hierzu radioaktives Jod in kleinsten Dosen ein, das sich in der Schilddrüse anreichert und später in bestimmten Zeitabständen im Blut gemessen wird.



Radiologie (Strahlenkunde, Röntgenologie)

Medizinisches Fachgebiet, das sich mit der Anwendung ionisierender Strahlen zu diagnostischen, therapeutischen und wissenschaftlichen Zwecken befasst. Hauptsächlich kommen in der Radiologie Röntgenstrahlen zum Einsatz, aber auch andere bildgebende Verfahren, wie Ultraschall, Kernspin und Szintigrafie.



Radionik

Teilgebiet der Alternativmedizin, das jedem Körper ein Energiefeld mit Schwingungen zuschreibt. Krankheiten im Sinne der Radionik beruhen auf Disharmonie zwischen diesen Energiefeldern. Geheilt werden soll der Betroffene durch Schwingungsübertragung mit Hilfe technischer Geräte.



Radionuklidtherapie

Ein Therapieverfahren der Nuklearmedizin, bei dem der Patient radioaktive Substanzen erhält, die sich im Gewebe von bösartigen Tumoren anreichern und diese von innen heraus bestrahlen und zerstören. Beispiele sind die Radiojodtherapie bei Schilddrüsentumoren und die Radioimmuntherapie von Knochenmetastasen.



Radionuklidventrikulographie (RNV, Herzbinnenraum-Ventrikulographie)

Szintigrafie zur Untersuchung des Innenraums der linken Herzkammer (linker Ventrikel). Mit Hilfe von radioaktiv markierten roten Blutkörperchen wird der Blutfluss durch die Herzkammer dargestellt. Dies erlaubt Rückschlüsse auf Kraft, Auswurfleistung sowie Füllungs- und Entleerungsgeschwindigkeit des Herzmuskels.



Radioulnargelenke

Zwei Gelenke, die am Ellenbogen bzw. an der Handwurzel für die Drehbewegung der Speiche um die Elle – und umgekehrt verantwortlich sind. Das obere Radioulnargelenk ist ein Zapfengelenk, das untere ein Radgelenk.



Radiozystitis

Blasenentzündung (Zystitis) infolge radioaktiver Bestrahlung, z. B. als Nebenwirkung einer Bestrahlung bei Prostatakrebs.



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Diese Seite wurde zuletzt geändert am 15.03.2013 um 12:22

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