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Medizin von A bis Z: T

Tunica adventitia (Adventitia)

Lockere Bindegewebsschicht, welche die Organe umhüllt und in ihrer Umgebung verankert. In die Tunica adventitia sind Blutgefäßen und Nerven eingebettet.



Turboentzug

Verfahren das eine abrupte Entwöhnung von Heroin- und Morphinabhängigen vorsieht. Dazu erhält der Patient ein Medikament, das die Zielstruktur des Morphinmoleküls blockiert und dadurch die Morphinwirkung unterbindet. Um die Entzugssymptome abzufangen, wird er dabei in Narkose versetzt.



Turgor

Spannungszustand des Gewebes. Der Turgor wird durch die Flüssigkeit aufrechterhalten, die sich innerhalb und außerhalb der Zellen befindet.



Turner-Syndrom (Monosomie XO, Ullrich-Turner-Syndrom)

Behinderung, die entsteht wenn das väterliche Spermium aufgrund einer unvollständigen Reifeteilung kein Geschlechtschromosom enthält. Die befruchtete Eizelle verfügt somit nur über ein mütterliches, weibliches Geschlechtschromosom, sodass ein Mädchen entsteht. Da ihm jedoch das zweite Geschlechtschromosom fehlt, ist seine Entwicklung beeinträchtigt. Die Folgen sind Minderwuchs und eine verminderten Hormonproduktion des Eierstocks. Dadurch können sich wiederum keine sekundären Geschlechtsmerkmale wie Brüste und Schamhaare entwickeln. Auch die Organfunktion ist beeinträchtigt. Beispiele hierfür sind Fehlbildungen der Niere und eine Verengung der Hauptschlagader auf Höhe des Aortenbogens (Aortenisthmusstenose). Zu den Krankheitszeichen, die bereits nach der Geburt auftreten gehören teigige Schwellungen auf Hand- und Fußrücken, charakteristische Gesichtszüge (Sphinxgesicht), ein Schildthorax mit breitem Brustwarzenabstand sowie das Flügelfell zwischen Hals und Schulter, welches den Hals optisch verbreitert. Um einem Minderwuchs vorzubeugen erhalten die betroffenen Mädchen zunächst männliche Geschlechtshormone. Im Pubertätsalter kommen weibliche Sexualhormone zur Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale hinzu. Die Organfehlbildungen werden operativ behandelt.



TVT (tension free vaginal tape)

Kunststoffband, das Harnröhre und Blase anhebt, wenn diese aufgrund einer Schwäche der Muskulatur im Beckenboden abgesunken sind. Dazu wird ein Kunststoffband spannungsfrei unter die Harnröhre gelegt und im Schambeinbereich nach oben geführt, sodass es mit seinen beiden Enden aus der Bauchdecke herausragt. Im Bauchraum bildet es eine Schlinge, auf der die Harnröhre ruht. Je nachdem wie stark die Enden der Bänder angezogen werden hebt sich die Schlinge mit der aufliegenden Harnröhre. Das Einführen eines TVT ist kein schwerer Eingriff und kann daher bei örtlicher Betäubung durchgeführt werden.



Typhus

Durch die Bakterie Salmonella typhi hervorgerufene meldepflichtige Erkrankung, die mit starken Durchfällen und Fieber einhergeht. Der Typhuserreger wird von Patienten noch lange nach der Genesung über den Stuhl ausgeschieden. In Ländern mit schlechtem Hygienestandard ist daher eine Übertragung über verunreinigte Nahrung und Trinkwasser möglich. Zu den Hauptverbreitungsgebieten gehören die Tropen sowie Ost- und Südeuropa. Erste Anzeichen einer Erkrankung sind Kopf- und Gliederschmerzen, Verstopfung und eine erhöhte Körpertemperatur, die nach einer Woche ein Maximum von 40° C erreicht. Nach der zweiten Woche zeigen sich linsengroße rote Flecken auf der Bauchdecke, die sich wegdrücken lassen. Ab Mitte der zweiten Wochen stellen sich erbsenbreiartige Durchfälle ein, die Blutbeimengungen enthalten können. Zu den Komplikationen gehören schwere Herzkreislauf-Störungen und ein akutes Nierenversagen, was eine Behandlung auf der Intensivstation erforderlich macht. Um eine Ansteckung zu vermeiden wird der Typhuskranke von seinen Mitpatienten isoliert. Seine Ausscheidungen und Wäsche werden gründlich desinfiziert. Erst wenn 3 Stuhlproben nachweislich frei von Typhuserregern sind, darf der Patient entlassen werden. Typhus lässt sich mit Antibiotika behandeln. Vor einer Fernreise in Risikogebiete ist eine Typhusimpfung dringend zu empfehlen. Sie gewährt einen 70- bis 80-prozentigen Schutz.



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Diese Seite wurde zuletzt geändert am 15.03.2013 um 12:22

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