• Zoom Standard
  • Zoomen Vergrößerte

Medizin von A bis Z: W

Waldmeister (Gallium odoratum)

In schattigen feuchten Wäldern heimisches Kraut mit quirlig angeordneten Blättern und kleinen, weißen, sternförmige Blüten. Waldmeister verströmt einen charakteristischen Geruch nach Kumarin. Dieser Inhaltsstoff hemmt die Blutgerinnung, lindert Entzündungen und beugt der Entstehung von Ödemen vor. Zubereitungen aus Waldmeister werden wegen ihrer harntreibenden Wirkung vorwiegend zur Durchspülungstherapie sowie zur Behandlung von Ödemen eingesetzt. In hohen Mengen genossen löst Waldmeister Kopfscherzen und Benommenheit aus.



Wanzen

Weltweit verbreitete Insektenart, mit stechenden und saugenden Mundwerkzeugen. Wanzen sind die natürlichen Feinde vieler Schädlinge. Einige Wanzenarten wie etwa die Bettwanze ernähren sich parasitär von Menschenblut. Dabei können Wanzen Erkrankungen von einem Mensch auf den anderen übertragen. Rund um die Einstichstelle zeichnet sich ein gelber Hof ab. Der Stich schwillt an und juckt stark, bis die Beschwerden nach 2-4 Tagen von selbst wieder abklingen. Mit der Zeit gewöhnt sich der Körper an die Wanzenstiche. Die Reaktion auf Stiche wird dadurch leichter oder bleibt schließlich vollständig aus.



Wärmeantikörper

Vom Immunsystems gebildete Autoantikörper, die bei Körpertemperatur an die roten Blutkörperchen binden. Dadurch werden diese in der Milz aus dem Blut entfernt. Sind viele Wärmeantikörper im Blut vorhanden, entsteht eine Anämie. Oft weist das Vorliegen von Wärmeantikörpern auf eine Leukämie hin, manchmal findet sich auch gar keine Ursache.



Wärmebehandlung (Thermotherapie, Hyperthermiebehandlung)

Behandlung von Erkrankungen und Beschwerden mit Wärme. Eine Wärmebehandlung regt die Durchblutung an, steigert die Stoffwechselaktivität, lindert Schmerzen und lockert die Muskulatur. Sie ist für schmerzhafte Erkrankungen des Bewegungsapparats wie Arthrose, Verschleißerscheinungen der Wirbelsäule sowie Erkrankungen der Sehnen und Bänder geeignet. Je nach angewandter Methode dringt die Wärme unterschiedlich tief in das Gewebe ein. Moorbäder und Schlammpackungen, heiße Bäder sowie Wickel und Kompressen haben lediglich eine Reichweite von 3 cm. Über eine Ultraschalltherapie sowie Infrarottherapie und Hochfrequenztherapie sind tiefer gelegene Gewebe zu erreichen. Fieber ist eine natürliche Form der Wärmetherapie. Der Therapeut muss bei eingeschränkter Herzfunktion oder Wahrnehmungsfähigkeit besonders vorsichtig sein. Bei Entzündungen, Durchblutungsstörungen und Thrombosen ist eine Wärmebehandlung ausgeschlossen.



Wärmebett (Heizbett)

Krankenhausbett, das durch Wärmestrahler von unten bzw. oben beheizbar ist. Das Wärmebett eignet sich für Neugeborene, die zu groß für den Brutkasten sind, aber deren Temperaturregulation noch nicht vollständig entwickelt ist.



Wärmetherapiemittel

Äußerlich anwendbare Mittel zur Erwärmung der Haut. Wärmetherapiemittel verschaffen Erleichterung bei rheumatischen Beschwerden und lindern Muskel-, Gelenk- und Nervenschmerzen. In Form von Badezusätzen und Wärmepackungen sind Eifelfango, Moorbäder, Huminsäuren sowie Cayennepfeffer und Nikotinsäure erhältlich. Präparate mit Salicylsäure und ihren Abkömmlingen, wirken entzündungshemmend. Arnika, Latschenkiefer und Rosmarin werden als Salben und Pflaster auf die Haut aufgebracht. Auch Bienengift ist in dieser Form erhältlich. Wegen seiner starken Wirkung ist es nur sehr sparsam anzuwenden.

Mögliche Nebenwirkungen der Wärmetherapiemittel reichen von Hautreizungen bis hin zu schweren allergischen Beschwerden. Von einer Wärmetherapie ist bei Kindern sowie bei größeren Hautverletzungen und Hauterkrankungen abzuraten. Bei schweren Infekten, Herzmuskelschwäche und Bluthochdruck verschlechtern Wärmetherapiemittel den Gesundheitszustand, indem sie den erhöhten Blutdruck zusätzlich ankurbeln.



Warzenhof (Areola mammae)

Die Brustwarze umgebendes, leicht runzliges Hautareal. Da im Warzenhof ein hoher Gehalt an Farbstoffen eingelagert ist, hat er eine dunklere Farbe. Er ist durch die gehäuft vorkommenden freien Nervenendigungen besonders berührungsempfindlich.



Wasserglasmethode

Einnahmeverfahren für homöopathische Mittel, Bachblüten und Schüßler-Salze. Dazu löst der Patient morgens die entsprechenden Tabletten, Tropfen oder Globuli in einem Glas Wasser, das er in kleinen Schlucken über den Tag verteilt trinkt.



Wasserhaushalt

Die Vorgänge im Körper, welche die Wasseraufnahme und Wasserabgabe regulieren. Der menschlichen Körper besteht zu 2/3 aus Wasser. Als flüssiger Bestandteil des Bluts beeinflusst Wasser den Blutdruck und die Körpertemperatur. Der Wasserhaushalt wird über das Durstgefühl und das Hormon Adiuretin gesteuert. Wenn die Wasserbilanz und damit das Verhältnis aus Wasseraufnahme und -ausscheidung aus dem Gleichgewicht gerät, greift dieses Steuerungssystem ein. Eine positive Wasserbilanz (Wasserretention) besteht, wenn der Körper mehr Flüssigkeit über Nahrung, Getränke oder Infusionslösungen aufnimmt, als er über Urin, Stuhl und Schweiß ausscheidet. Eine ungenügende Wasserausscheidung wird auch Wasserretention genannt. Sie entsteht, wenn Herz oder Nieren in ihrer Funktion eingeschränkt sind, die Hormone zur Regulation des Flüssigkeitshaushalts aus dem Gleichgewicht geraten oder der Patient spezielle Medikamente einnimmt. Verbleibt das überschüssige Wasser in den Blutgefäßen, erhöht es den Blutdruck. Tritt es ins umliegende Gewebe ein, bilden sich Ergüsse und Ödeme. Um den Wasserhaushalt des Patienten wieder ins Gleichgewicht zu bringen, verschreibt der Arzt harntreibende Mittel oder ACE-Hemmer. Eine negative Wasserbilanz (Wasserverlust) besteht, wenn der Körper mehr Wasser ausscheidet, als er aufnimmt. Ursachen für Wasserverluste sind Durchfall, Erbrechen, starkes Schwitzen, hohe Blutverluste sowie Diabetes mellitus oder auch starke Verbrennungen. Nach hochgradigem Wasserverlust versiegt der Blutstrom zu den Organen und dem Patienten droht der Tod durch Kreislaufversagen. Zum Ausgleich eines Flüssigkeitsverlusts verabreicht der Arzt Infusionen. Flüssigkeitsverluste, die in Verbindung mit einer Durchfallerkrankung auftreten werden durch Elektrolytlösungen wie Elotrans® oder Oralpädon® ausgeglichen. Wassermangel schädigt die Nieren und begünstigt die Entstehung von Harnsteinen und Thrombose. Viele Personen klagen über Kopfschmerzen, wenn sie nicht ausreichend trinken.



Wasserstoffperoxid (Wasserstoffsuperoxid)

Blassblaue, in verdünnter Form farblose Flüssigkeit mit stark oxidativen Eigenschaften. Wasserstoffperoxid ist eine schwache Säure. Ab einer Konzentration von 20% ruft es Verätzungen auf der Haut hervor. Wasserstoffperoxid gibt Sauerstoffradikale an die Umgebung ab und wirkt so desinfizierend.

  • 3%-iges Wasserstoffperoxid ist ein bewährtes Mittel, um Schürfwunden zu versorgen. In Verbindung mit Eiweißen schäumt Wasserstoffperoxid auf und ermöglicht eine mechanische Wundreinigung.
  • Mit verdünntem Wasserstoffperoxid lassen sich Pflaster leicht und schmerzlos abziehen.
  • In der zahnärztlichen Praxis wird verdünntes Wasserstoffperoxid als desinfizierende Gurgellösung eingesetzt.
  • Die Kosmetik- und Papierindustrie nutzt die Eigenschaft von Wasserstoffperoxid als starkes Bleichmittel. Beim Blondieren bestimmt die Wasserstoffperoxidkonzentration die Einwirkzeit. Am schonendsten ist eine 1,9- bis 3%-ige Wasserstoffperoxidlösung mit einer Einwirkzeit von 30–45 Minuten.


first prev 123 next next
Diese Seite wurde zuletzt geändert am 15.03.2013 um 12:22

ApothekenApp

ApothekenApp

Apotheke für unterwegs. Mit der ApothekenApp haben Sie "Ihre" Apotheke immer dabei! Einfach die kostenlose Apotheken­­App fürs iPhone® oder für Android™ herunterladen.

Apple App Store IconGoogle Play Store Icon