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Stützstrümpfe jucken und verursachen Blasen - fraglich ist jetzt, ob sie auch Throbosen verhindern
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Thrombose-Vorsorge nach Schlaganfall


Stützstrümpfe beugen möglicherweise einer Thrombose nicht vor


Stützstrümpfe gehören nach einem Schlaganfall zur empfohlenen Standardversorgung, um gefährliche Thrombosen zu vermeiden. Doch offenbar senken sie das Risiko solcher Blutgerinnsel gar nicht.

Stützstrümpfe sollen tödliche Blutgerinnsel verhindern


Thrombosen sind Blutgerinnsel, die häufig in den Beinvenen entstehen. Schlaganfallpatienten sind besonders gefährdet, da sie oft die Beine nicht mehr bewegen können und bettlägerig sind – das fördert die Bildung von Blutgerinnseln. Wenn sich so ein Gerinnsel löst und zum Herzen oder in die Lunge gelangt, verstopft es lebenswichtige Blutgefäße und kann tödlich sein.

Die dicken, oft unangenehmen Stützstrümpfe sollen verhindern, dass sich die gefährlichen Blutgerinnsel bilden. Mediziner der Universität Edinburgh haben die Wirksamkeit von Stützstrümpfen in einer Studie überprüft und das überraschende Ergebnis in der Fachzeitschrift The Lancet veöffentlicht: Patienten, die Stützstrümpfe trugen, hatten genauso oft eine Thrombose wie die Vergleichsgruppe ohne Stützstrümpfe. Mehr als 2.500 Schlaganfallpatienten nahmen an der Studie unter der Leitung von Dr. Martin Dennis teil.

Neue Leitlinien für die Behandlung von Schlaganfallpatienten


Die Hälfte der Studienteilnehmer aus drei verschiedenen Ländern bekam Stützstrümpfe, die andere Hälfte nicht. Nach 7-10 Tagen und noch einmal nach 25-30 Tagen wurden alle Teilnehmer per Ultraschall auf Thrombosen überprüft. In der Gruppe mit Kompressionsstrümpfe hatten 10 Prozent in dieser Zeit eine Thrombose entwickelt und bei den Teilnehmern ohne Kompressionstrümpfen waren es 10,5 Prozent – also nur unbedeutend mehr. Dafür verursachten die Strümpfe schmerzhafte Blasen, Hautgeschwüre und Gewebeschäden

Martin Dennis zieht deshalb den Schluss: „In Krankenhäusern ist es gängige Praxis, Schlaganfallpatienten mit Stützstrümpfen zu behandeln. Unsere Daten stellen diese Praxis in Frage. Die bisherigen Leitlinien zur Behandlung von Schlaganfall müssen wohl überarbeitet werden.“


29.05.2009 | Von: Stefanie Grutsch; Bild:iStockphoto

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