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Redaktion apotheken.de » Gesundheit und Politik » Arzneimittelversorgung

Achtung: dreiste Online-Apotheken


Viele Scheinapotheken brechen das Gesetz


Ein Klick und der Warenkorb ist voller Medikamente: Kopfschmerztabletten zum halben Preis – Antidepressiva ganz ohne Rezept. Medizin im Internet zu bestellen, ist verlockend. Die Frage ist nur, ob sie auch wirkt. Denn immer mehr Online-Apotheken verstoßen gegen das Gesetz. Das zeigt eine aktuelle Studie aus den USA.

Scheinapotheken immer dreister

Die amerikanische Firma OpSec Security setzt sich weltweit dafür ein, Fälschungen aufzudecken. In ihrer aktuellen Studie untersuchte sie rund 7.000 Online-Apotheken. Nur 4 Prozent davon erfüllten die geltenden Apotheken-Richtlinien. Doch es kommt noch schlimmer: Ein Rezept spielt im Internet nur eine Nebenrolle. 89 Prozent der Scheinapotheken boten starke Schmerzmittel und Psychopharmaka an – rezeptfrei und ganz ohne Beratung. Vor 3 Jahren war das nur bei 51 Prozent der Fall. Auch die Preise fallen immer weiter. Viele Scheinapotheken verkaufen Medikamente fast zur Hälfte des empfohlenen Ladenpreises.

Wirkungslose und rezeptfreie Antidepressiva

Sind die Preise sehr niedrig oder gehen Psychopharmaka rezeptfrei heraus, hat das einen Haken: Oft handelt es sich dabei um Fälschungen. Die Medikamente wirken also nicht – ein gefährliches Spiel mit den Patienten. Aber selbst wenn die richtigen Inhaltsstoffe enthalten sind, kann das gefährlich werden: Unter Umständen kaufen Patienten bestimmte Psychopharmaka oder Schmerzmittel, obwohl sie eigentlich keine so starken oder ganz andere Wirkstoffe brauchen. Auch über die möglichen Gefahren des Medikaments klärt sie niemand auf.

Anders in der Apotheke um die Ecke: Apotheker verkaufen Psychopharmaka und starke Schmerzmittel nur, wenn ein Rezept vorliegt. Zudem erklären sie die genaue Dosierung sowie die möglichen Nebenwirkungen. Und nicht zu vergessen – die Medikamente aus der Apotheke wirken. Trotzdem schließen Schätzungen zufolge auch dieses Jahr wieder rund 150 Apotheken.

 


17.12.2010 | Von: Julia Ehmer